CARL F. BUCHERER. Die im Jahr 2001 lancierte Uhrenmarke Carl F. Bucherer – im Markt kurz CFB getauft – ist eine Hommage an den gleichnamigen Gründer, der 1888 mit seiner Frau Luise das erste Fachgeschäft für Uhren und Schmuck in Luzern eröffnet und damit den Grundstein zum erfolgreichen Detailhandelsunternehmen Bucherer gelegt hatte. Er war es auch, der 1919 seine erste eigene Bucherer Armbanduhr entwarf und realisierte.

Übernahme ein logischer Schritt

Seit 2003 firmiert die einzige Uhrenmarke der Zentralschweiz unter der neu gegründeten Aktiengesellschaft Bucherer Montres als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen und bildet neben der Bucherer AG das zweite Standbein der früher börsenkotierten, heute aber wieder dekotierten Bucherer-Gruppe mit Sitz in Luzern, welcher Jörg G. Bucherer in dritter Generation als Allein-inhaber und VR-Präsident vorsteht. Ebenfalls 2003 konnte in Lengnau die dringend benötigte, grössere Produktionsstätte eingerichtet werden.Dass es nun zur Übernahme der THA SA in Ste-Croix gekommen ist, welche neben der Entwicklung ganzer Uhrwerke auch einzelne Werkteile herstellt, sieht CEO Thomas Morf als logischen weiteren Schritt in Richtung Manufaktur. «Wir arbeiten seit Jahren erfolgreich mit THA zusammen und haben gemeinsam unser erstes mechanisches Manufakturwerk entwickelt. Die Übernahme erfolgt ebenfalls im Sinne des bisherigen Hauptaktionärs und Geschäftsführers Pascal Courteault, welcher über keine eigenen Nachfolger verfügt. Die rund ein Dutzend Fachkräfte sind voll übernommen worden, wodurch sich die CFB-Belegschaft der 80-Personen-Grenze nähert, inklusive Verkaufs-Tochtergesellschaften in den Hauptmärkten USA, Hongkong, Taiwan, Tokio und Deutschland (Logistik für EU-Länder). In einer Übergangsphase, während der Courteault noch als Berater zur Verfügung steht, werden die laufenden Verträge für Werklieferungen weiter erfüllt. Danach wird THA umfirmiert, um die Zugehörigkeit zu Bucherer Montres zu dokumentieren. «Schliesslich investieren wir in nächster Zeit grosse eigene Mittel in das Unternehmen, um die gesamte Infrastruktur auf den neusten Stand der Technik zu bringen und das Interieur dem Erscheinungsbild von Carl F. Bucherer anzupassen», erklärt Morf. Das mit der THA entwickelte CFB Kaliber 1901 ist ein mechanisches Chronographenwerk mit Automatikaufzug, von der offiziellen Prüfstelle COSC als Chronometer zertifiziert. Es verfügt über ausgeklügelte Funktionen zur simultanen Darstellung von mehreren Zeitzonen und wurde erstmals mit einer zweiten Zeitzone im Chronographen Patravi GMT eingebaut. Der Stundenzeiger lässt sich abgekoppelt vom übrigen Zeigerwerk vor- und rückwärts problemlos in exakten Stundenschritten über die Krone einstellen. Übrigens: Auch die Datumsanzeige lässt sich vor- und rückwärts schalten. Die Anzeige einer dritten Zeitzone wird über einen neuartigen, patentierten Mechanismus mit einem Monodrücker eingestellt. Diese eigenwillige Komplikation ist durch die Saphirglasöffnung auf der Stirnseite des markanten Gehäuses der neuen Patravi TravelTec GMT sichtbar. Die dritte Zeitzone lässt sich anhand der innen liegenden 24-Stunden-Drehscheibe einstellen und ablesen. Die Rotation erfolgt auf Knopfdruck in Stundenschritten west- oder ostwärts, je nach Stellung der Umschaltwippe am Gehäuserand bei 10 Uhr; eine dritte Position verhindert das unbeabsichtigte Verstellen. Es handelt sich um eine wirklich nützliche Reiseuhr, deren erste Auflage gemäss Morf bereits ausverkauft ist. Die bestehenden Kapazitäten bei der THA und in den Lengnauer Ateliers reichen momentan zur Herstellung von jährlich 1000 Patravi TravelTec GMT – ein Mehrfaches davon könnte verkauft werden.

Das zweite Werk kommt in Basel

Zurzeit sind zwei weitere Manufakturwerke in Entwicklung, die auf der «BaselWorld 2008» vorgestellt werden. Dem Team ist jedoch klar, dass Carl-F.-Bucherer-Uhren mit eigenen mechanischen Manufakturwerken nur die Spitze ihres Herrenuhren-Sortiments bilden. Damenuhren hingegen werden weiterhin zum grössten Teil mit Quarzwerken bestückt. Diese tragen wertmässig 45% zum Totalumsatz bei, stückzahlenmässig überwiegen die Herrenuhren mit rund 65%. Diesen Herbst werden Liebhaberinnen feinster mechanischer Uhren erstmals mit einer femininen Manero-Neuentwicklung in die «mechanische Herrenwelt» entführt. Die Manero Monograph, ein Damenchronograph mit 35 mm Durchmesser in Rotgold mit Brillanten auf der Lünette und Diamanten auf dem Zifferblatt, legt von einer jahrzehntelangen Juwelierkunst Zeugnis ab. Die Uhr ist auch ohne Diamanten erhältlich. Zudem wird eine Weltneuheit lanciert, die Patravi Chronograde. Die 44 mm grosse Herrenuhr vereinigt auf einzigartige Weise sechs nützliche Funktionen, darunter Chronograph mit Flyback-Funktion und retrogradem Stundentotalisator, Grossdatum mit Jahreskalender, Gangreserve. Die Flyback-Funktion dient beispielsweise Piloten, wenn sie Warteschleifen fliegen: Ein Knopfdruck reicht, um den Chronographen ohne Zwischenstopp neu zu starten.

Anzeige

Uhrmacherei und Juwelierkunst

Hinter jeder Uhr von Carl F. Bucherer steht ein Konzept, das höchstem uhrmacherischem Know-how Stand halten muss, dahinter stehen aber vor allem Menschen, die die Firmenphilosophie mit Sorgfalt, Beharrlichkeit und Liebe zum Detail umsetzen. Gemeinsam leben sie die Leidenschaft perfekter Uhrmacherei und höchster Juwelierkunst. Als Spezialität wird in regelmässigen Abständen eine Uhr in Anerkennung einer der Marke nahe stehenden Person kreiert und in streng limitierten Kleinserien angeboten (siehe Kasten).«Wir sind Technikfreaks und detailverliebt, weshalb wir in monatelanger akribischer Arbeit selbst dem kleinsten Detail die grösste Beachtung schenken», behauptet Morf. Die Marke Carl F. Bucherer verdankt diese Philosophie mit einer international starken Verankerung. Die Bucherer Montres SA ist als eigenständiges Unternehmen zum Begriff geworden.

Markenführung

Sortimentsstruktur

Tribute to Mimi

Tribute to MaBu