Beim angeschlagenen Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent wird langsam das Geld knapp. Nach einem erneut tiefroten Quartal steht für den seit April amtierenden Chef Michael Chombes neben dem laufenden Konzernumbau die leere Kasse im Fokus. Er kündigte in Paris an, im Sommer die neue Strategie des von einer Krise in die nächste schlitternden Unternehmens vorstellen zu wollen.

Zum Jahresauftakt habe der Verlust 353 Millionen Euro betragen. Im Jahr zuvor hatte der Konzern einen Gewinn erzielt - dieser war allerdings nur auf den Verkauf einer Sparte zurückzuführen. Der Verlust war von Experten erwartet worden.

Etwas besser als von Analysten prognostiziert schnitt Alcatel-Lucent beim Umsatz ab. Dieser legte im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 3,23 Milliarden Euro zu. Der operative Verlust ging um 30 Prozent auf 202 Millionen Euro zurück. «Operativ spiegelt sich im ersten Quartal der zuletzt ermutigende Trend im Markt sowie die ersten Erfolge des Konzernumbau wider», sagte Chombes.

Doch der Stellenabbau kostet Geld und drückt auf die eh schon leeren Kassen. Die Lage verschärfte sich nun. In den ersten drei Monaten floss knapp eine halbe Milliarde aus dem Konzern, so dass Alcatel-Lucent Ende März mit 358 Millionen Euro verschuldet war. Vor einem Jahr hatten die Franzosen noch ein Vermögen von knapp 800 Millionen Euro.

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(tke/aho/awp)