Siemens hat einer Bitte der französischen Regierung entsprochen und Interesse an der Energiesparte von Alstom bekundet. Damit kommt der deutsche Grosskonzern US-Rivalen General Electrics in die Quere, der Kaufabsichten signalisiert hatte. Die Energiesparte macht etwa 70 Prozent der Aktivitäten des französischen Alstom-Konzerns.

Frankreichs Präsident François Hollande empfängt die Führungsspitzen von Siemens und General Electris. GE-Chef Jeff Immelt hat bereits am Morgen mit Hollande gesprochen, Siemens-Lenke Kaeser wird am Abend erwartet. Nach Angaben von Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg sollen die Konzernlenker dabei ihre Angebote präzisieren. Holland habe Immelt gegenüber verdeutlicht, dass es der französischen Regierung vor allem um die Sicherheit der Arbeitsplätze gehe, berichtet Bloomberg und beruft sich auf einen Eingeweihten.  

«Keine Mitarbeiter in Frankreich entlassen»

Siemens wäre in dieser Hinsicht zu weitreichenden Zugeständnissen bereit, berichtet unter anderem die «Süddeutsche Zeitung». Kaeser hat bereits eine mehrjährige Job-Garantie für die Mitarbeiter von Alstom zugesagt. «Wir verpflichten uns, innerhalb der drei Jahre nach Abschluss des Geschäfts keine Mitarbeiter in Frankreich zu entlassen», schreibt Kaeser. «Siemens ist davon überzeugt, dass die erwogene Transaktion ohne soziale Auswirkungen für beide Konzerne durchgeführt werden kann, so wie es für verantwortlich geführte europäische Unternehmen üblich ist.»

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Bei den Aktionären sorgt das Interesse von Siemens an Alstom allerdings für Skepsis. Die Siemens-Aktien waren am Vormittag mit einem Abschlag von mehr als zwei Prozent größter Verlierer im Dax. Die Investoren fürchteten Kosten, die eine Übernahme mit sich bringen könnte, sagte ein Händler. Einem Zeitungsbericht zufolge taxiert Siemens den Wert der ihn interessierenden Alstom-Geschäfte auf zehn bis elf Milliarden Euro.

(reuters/sda/me/sim)