Den Marktwert eines Unternehmens an der Börse zu beurteilen, ist eine Wissenschaft für sich. Oftmals greifen Kennzahlen wie Kurs/Gewinn- oder Kurs/Umsatz-Verhältnis als Vergleichswerte nicht mehr. Einzelne Branchen führen ein regelrechtes Eigenleben was Bewertungen anbelangt. Besonders trifft dies auf Technologiefirmen zu.

Ein Teil des Börsenwerts rechtfertigt sich mit dem Markenwert eines Unternehmens. Das Beratungsunternehmen Brand Finance hat in der Studie «The Billion Dollar Brands Club» aktuell die 500 grössten Unternehmen der USA analysiert. Das Resultat: Apple ist mit einem Markenwert von 104,7 Milliarden Dollar die wertvollste Firma des Landes. Der Abstand auf die weiteren Plätze ist gross: Für Google wird ein Markenwert von 68,6 Milliarden Dollar errechnet, dahinter folgen Verizon (53,5 Milliarden) und General Electric (52,5 Milliarden).

Käufer erhalten als Gegenwert eine starke Marke

Deutlich spannender ist das Verhältnis zwischen Marken- und Börsenwert – und hier zeigt, dass einige Technologiefirmen von den Anlegern gar nicht so «fantasievoll» bewertet, wie dies auf den ersten Blick erscheint. Beim markentechnisch wertvollsten Unternehmen Apple beträgt die Quote 29 Prozent – beim drittplatzierten Microsoft 35 und beim siebtplatzierten Amazon gar 36 Prozent. Wer also theoretisch alle Aktien des Unternehmens kaufen wollte, würde als Gegenwert eine Marke erhalten, die bereits rund ein Drittel des Wertes rechtfertigt. 

Einen auffällig tiefen Markenwert – oder eben eine zu hohe Börsenbewertung – zeigt Facebook: 9,8 Milliarden Dollar hat die Brand-Finance-Studie errechnet, was im Verhältnis zum aktuellen Börsenwert lediglich einer Marken-/Börsenwert-Quote von rund 12 Prozent entspricht. Die rasante Börsenerholung im vergangenen Jahr hat dort die Entwicklung des Markenwertes (2013: 5,8 Milliarden Dollar) sogar noch übertrumpft.

Auch General Motors mit tiefem Verhältnis

Aber auch bei Old-Economy-Unternehmen stehen die Zahlen teils im Missverhältnis – wie Beispiel von General Motors mit einer Quote von lediglich zehn Prozent zeigt. 

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