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Tech-Treff
Apple-Konferenz: «Apps, Parties und viel Freibier»

Apple-Konferenz: «Apps, Parties und viel Freibier»
«Departures NYC»-App von Taktil und Apple-Chef Tim Cook: Am Montag startet die WWDC. Taktil/Keystone

Am Montag startet die Apple-Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco. Mit dabei sind einige Schweizer Entwickler. Das Startup Taktil spricht über seine Erlebnisse – und Apples Partyguide.

Von Dominic Benz
03.06.2015, Aktualisiert vor 6 Stunden

Am kommenden Montag startet Apples Entwicklerkonferenz WWDC 2015 in San Francisco. Tech-Fans warten sehnlichst auf die Eröffnungs-Keynote. Dabei stellt der iPhone-Hersteller traditionell neue Produkte vor. Erwartet werden in diesem Jahr neue Versionen des Betriebssystems für iPhone und Mac. Was hat Apple sonst noch im Köcher? Das bleibt bis zum Start der Konferenz das Geheimnis von Konzern-Chef Tim Cook.

Auch Zehntausende Software-Entwickler warten gespannt auf den Startschuss der WWDC. Während der ganzen Woche bietet Apple mit Workshops, Vorträgen und anderen Veranstaltungen Infos für die Entwicklung von Apps auf dem mobilen Betriebssystem iOS. Seit 2008 haben die Verkäufe der kleinen Programme weltweit 25 Milliarden Dollar generiert. 7,5 Milliarden Dollar zahlte Apple an europäische Entwickler aus. Alleine in der Schweiz gibt es 12'000 bei Apple registrierte iOS-Tüftler.

Handelszeitung.ch stellt in einer dreiteiligen Serie Schweizer App-Startups vor, die bereits an der WWDC waren und kommende Woche an der Konferenz in San Francisco teilnehmen werden. Sie erzählen von ihren Erfahrungen, Erwartungen  – und den zahlreichen Apple-Parties. Der Anfang der Serie macht Taktil Software. Das Zürcher Startup besteht aus 3 Mitarbeitern und wurde 2011 von Marco Klingmann gegründet. Im gleichen Jahr und auch 2012 war das Team in Kalifornien. Mit ihrer 3D-Abfahrtszeiten-App «Departures» für die Schweiz und New York City hat Taktil Preise gewonnen.

Herr Klingmann, Sie waren schon zweimal mit Ihrem Startup Taktil Software an der WWDC. Wie haben Sie als Schweizer Entwickler einen Platz an der weltweit begehrtesten Branchen-Konferenz gefunden?
Marco Klingmann: Es war damals sehr schwierig, einen Platz zu ergattern. Aber als Entwickler ist man gut organisiert. Wir haben sogenannte «Watch-Skripts» verwendet, die einen innert Sekunden benachrichtigen, sobald Tickets verfügbar werden. Wenn das offizielle WWDC-Einladungs-Mail von Apple eintrifft, ist die Veranstaltung oft schon ausverkauft. Seit 2014 entscheidet das Los, wer ein Ticket erhält.

Wie teuer ist denn so ein Ticket?
Damals kostete es rund 1500 Dollar.

Was habt Ihr konkret an der Konferenz gemacht?
Wir haben viele der Sessions besucht. An der WWDC wird jeweils das neue Betriebssystem für iPhone und den Mac vorgestellt. Diese kommen mit hunderten von neuen Funktionen, die in thematischen Sessions vorgestellt und gleich mit handfesten Code-Beispielen demonstriert werden. Wenn man in dem Thema drin ist, dann ist das fast so spannend wie ein Theaterbesuch. Dann haben wir natürlich Parties und «Get togethers» besucht. Es gibt sogar eine eigene App, welche als Party-Guide für die zahlreichen Nebenveranstaltungen fungiert. Wer will, kommt zu viel «Free Beer», gesponsert von coolen Start-Ups. Dabei geht es natürlich immer auch ums Anwerben von Talenten. Wir haben jedoch die kleineren inoffiziellen und spontanen Zusammenkünfte in den umliegenden Pubs und Hotel-Lobbies den grösseren Parties vorgezogen.

Das klingt nach sehr viel Spass. Ist die WWDC einfach eine Party-Veranstaltung für Entwickler?
Das Angebot an fachlichem Input ist wirklich enorm und steht klar im Zentrum. Mit ein bisschen Spass ist das ganze natürlich noch besser.

Was für Erfahrungen habt Ihr gesammelt?
Wir haben spannende und nützliche Inputs für unsere Arbeit bekommen und viel Spass gehabt. Dabei gab es auch Negatives: Es ist ganz klar ein Grossanlass. Das heisst, es hat immer viele Leute und es bilden sich vor allen Sessions lange Schlangen. Und das Ganze ist eine überwiegend männliche Angelegenheit.

Was hat Euch der Besuch an der WWDC für Eure Arbeit gebracht?
Nach der Woche waren wir durch die Sessions update-to-date. Was dann im Laufe des Jahres vor allem den neuen Projekten zugute kommt und deren Entwicklung auch stark beschleunigt. Dazu kommen kommen die Tipps der Labs. Wo wir ja unsere aktuellen Arbeiten gleich mitgebracht haben, sofern diese nicht unter Geheimhaltung standen.

Tummelten sich dort bekannte Gesichter, mit denen Ihr sprechen konntet?
Einige bekannte Apple-Gesichter waren anwesend. Damals auch noch Steve Jobs, den wir zumindest sprechen hören konnten. Von vielen bekannten Apps haben wir die Person hinter der App kennengelernt und zum Teil interessante Einblicke erhalten. So konnten wir mit Andreas Illiger sprechen. Er ist der Entwickler hinter dem bekannten iOS-Spiel «Tiny Wings».

Welches war Euer bestes Erlebnis an der WWDC?
Ganz klar das Lab. Es gibt zahlreiche sogenannte Labs, bei denen man Gelegenheit hat, mit einem Software-Entwickler von Apple sich an einen Tisch zu setzen. Wir haben diese Gelegenheit mehrmals genutzt. Einmal konnten wir uns mit einem Spezialisten für Typografie zusammensetzen, um zusammen quasi das Tüpfchen auf dem i für die Text-Darstellung in unseren Apps rauszuholen. Während der WWDC sind rund 1000 Mitarbeiter von Apple vor Ort.

Warum seid Ihr in diesem Jahr nicht dabei?
Wir waren nun bereits einige Male dabei. Heute gibt es Live-Streams, sämtliche Videos der einzelnen Sessions sind praktisch sofort kostenlos verfügbar. Daher steht das Wichtigste auch bequem von der Schweiz aus sofort zur Vefügung. Den sozialen Aspekt kompensieren wir dieses Jahr mit einer kleinen Rollschuh-Party bei uns im Büro.

Lesen Sie morgen Donnerstag im 2. Teil unserer Serie das Interview zur WWDC mit dem Schweizer Startup MP Technology.

 

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