Kurz vor der Präsentation des neuen Samsung Galaxy läuft die Gerüchteküche heiss. Gerüchte überschlagen sich, selbst Bilder vom neuen Smartphone sind zu sehen. Heiss diskutiert wird insbesondere die Form des Displays. Wird der Bildschirm tatsächlich über die Kante des Geräts gehen, wie beim «Note Edge»?

Zumindest diese Frage scheint nun beantwortet. T-Mobile USA zeigte – offenbar mit Erlaubnis von Samsung – eine Seitenansicht des neuen Geräts. Eindeutig zu erkennen, ist dabei das abgerundete Display des Galaxy S6. Zuvor hatte bereits die Nachrichtenagentur «Bloomberg» berichtet, dass das S6 in zwei Varianten kommen würde. Mit im Gepäck für die Keynote sei auch eine «Edge»-Version, deren Bildschirm über zwei Kanten gehe.

Bildschirm über zwei Kanten

Den mehrseitigen 5,6-Zoll-Bildschirm des Grossbild-Smartphones «Note Edge» hatten Branchenexperten im vergangenen Jahr positiv aufgenommen. Samsung war damit kurz vor der Lancierung des iPhone 6 durch Apple ein Coup gelungen, den die Konkurrenz bisher noch nicht nachbauen konnte.

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Schon jetzt ist klar, dass sich das neue Samsung an Apples iPhone 6 wird messen lassen müssen. Der koreanische Techgigant ist der grösste Smartphone-Hersteller der Welt, kämpft aber mit sinkenden Umsätzen aus dem Geschäft mit Mobilgeräten. Und ob das neue Gerät (oder die Geräte) ausreichen, um Samsung zurück auf die Siegerstrasse zu bringen, ist im Moment völlig offen.

Ausgefeilte Komponenten

Nach vier Jahren der Dominanz ist der Konzern von zwei Seiten unter Druck geraten. Neben dem Konkurrenzkampf mit Apple machen den Koreanern zunehmend auch Billigkonkurrenten wie Xiaomi und Lenovo zu schaffen. Samsung hebe sich zu wenig von anderen Android-Herstellern ab, sagt ein koreanischer Analyst. «Die Leute sind deshalb immer weniger bereit ihr Portemonnaie zu öffnen.»

Viele Experten glauben deshalb, dass das Design des neuen Galaxy nur eine untergeordnete Rolle spiele. «Das Galaxy S6 ist ein Showroom für das, was drin steckt», titelte etwa «Bloomberg». Hauptkonkurrent von Samsung sei inzwischen nicht mehr Apple, sondern der amerikanische Chiphersteller Qualcomm und der japanische Elektronikkonzern Sharp.

Die Galaxy-S-Geräte sollen demnach zeigen, zu was Samsung in den Bereichen Chipherstellung und Bildschirmtechnologie fähig ist. Denn die Koreaner verdienen schon lange viel Geld mit der Herstellung von Komponenten für die Konkurrenz.

Konkurrenz als Kunden gewinnen

So investiert Samsung dereit 14 Milliarden Dollar in eine neue Chipfabrik in der Nähe von Seoul. Dort will der Konzern künftig Prozessoren produzieren, die schneller, energieeffizienter und produktiver sein sollen als die von Qualcomm. Passend dazu wurden die Snapdragon-Prozessoren von Qualcomm in den neuen Galaxy-Versionen bereits durch eigene Samsung-Chips ersetzt, berichten Insider.

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Auch mit eigenen Displays ist Samsung auf dem Vormarsch. Nokia, Motorola und Huawei gehören bereits zu den Kunden. Der gebogene Bildschirm ist deshalb mehr als ein Designelement. Er soll die Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz von Sharp, LG und Japan Display zeigen, die beispielsweise die Bildschirme der Apple Smartphones liefern.