Bisher ist Apple Pay in den USA, China und vier weiteren Ländern verfügbar. Am Donnerstag startet der Dienst auch in der Schweiz, wie das Unternehmen gegenüber handelszeitung.ch sagte. Bisher hatte Apple stets von einem Start «im Sommer» gesprochen, aber kein konkretes Datum genannt. Die Eidgenossenschaft zählt damit neben Grossbritannien zu den ersten Ländern Europas, wo der Dienst genutzt werden kann.

Den neuen Bezahldienst können Käufer in allen Geschäften nutzen, die Zahlen per NFC – «Near Field Communication» – anbietet. Davon gibt es heute in der Schweiz um die 100'000 Geräte. Das sind rund 70 Prozent der Geschäfte – unter anderem bei Aldi Suisse und Valora-Verkaufsstellen wie k Kiosk oder Brezelkönig.

Mit dem Start von Apple Pay beginnt das Duell mit der Schweizer Bezahllösung Twint. Einen ersten Höhepunkt hat die Konkurrenz schon mit der Klage durch die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) gefunden, die sie bei der Wettbewerbskommission (Weko) eingereicht hat. Die Stiftung fordert gleich lange Spiesse für alle Anbieter. Die Technologie müsse allen offenstehen.

Wettbewerb um Verfügbarkeit

Viele Experten gehen davon aus, dass sich auf lange Sicht eine Bezahllösung durchsetzen wird. Die Verfügbarkeit in der Startphase ist darum für die Anbieter zentral. Apple aber versperrt Twint den Zugriff aufs kontaktlose Zahlen per NFC-Schnittstelle. Damit kann absehbar nur per Android-Handy mit Twint kontaktlos per NFC bezahlt werden.

Die SKS sieht darin eine ungerechtfertigte Benachteiligung für Twint. Hinter dem Dienst stehen die grossen Schweizer Namen: Credit Suisse, Postfinance, Raiffeisen, UBS und ZKB, das Finanzinfrastrukturunternehmen SIX, Migros, Coop und die Swisscom.

Kooperation mit Wirecard

Allerdings arbeitet auch Apple daran, seine Dienste breiter verfügbar zu machen. Visa und Mastercard haben zwar eine Kooperation zugesagt, die Umsetzung in der Schweiz ist aber noch offen. Bisher arbeiten in der Schweiz erst zwei Kreditkartenanbieter mit Apple Pay zusammen: die Cornèr Bank mit der Cornèrcard und den Diensten von Bonuscard, und Swissbankers.  

Ein wichtiger Meilenstein für die Durchsetzung von Apple Pay könnte Wirecard werden. Das deutsche Unternehmen will mit Apple Pay kooperieren und steht vor dem  Markteintritt in die Schweiz, wie die «Handelszeitung» berichtete. Der Clou dabei: Über ihre Payment-App «Boon» könnten mit Apple Pay auch alle Kreditkarten verwendet werden, die keine Partner von Apple sind. Damit hätten die Kalifornier ein umfassenderes Angebot als Twint. Wirecard meldet, man freue sich auf die Zusammenarbeit. Am Donnerstag gab das Unternehmen den Start in der Schweiz bekannt.

Das steckt hinter dem Begriff Fintech:

Anzeige