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Apple- und Google-Chefs reden wegen Patentstreit

Das mobile Betriebssystem Android sorgt für Redebedarf zwischen Apple-Chef Cook und Google-Kollege Page. (Bild: Keystone)

Die Freude über den Klageerfolg gegen Samsung ist kaum verflogen, da richtet sich Apple indirekt auch gegen Google. Doch die Chefs beider Technologiekonzerne haben jetzt offenbar telefoniert.

Veröffentlicht am 31.08.2012

Die Streithähne Apple und Google scheinen sich zusammenzuraufen. Die Konzernchefs Tim Cook und Larry Page hätten vergangene Woche wegen der Patentauseinandersetzungen miteinander telefoniert, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag. Auch das Technologieblog «All Things D» schrieb unter Berufung auf eingeweihte Personen von Gesprächen auf höchster Ebene.

Apple liegt mit mehreren Smartphone-Herstellern im Clinch, die Googles mobiles Betriebssystem Android verwenden. Der Vorwurf ist, dass sie bei Apples Erfolgsgeräten iPhone und iPad abgekupfert haben. Auch in Deutschland beschäftigen sich Gerichte mit den Streitigkeiten.

Apple hat Oberwasser gewonnen: Kalifornische Geschworene hatten vor einer Woche festgestellt, dass mehrere Geräte des südkoreanischen Rivalen und Android-Nutzers Samsung die geschützten Ideen von Apple verletzten. Der US-Konzern bekam gut 1 Milliarde Dollar an Schadenersatz zugesprochen. Die Samsung-Aktie stürzte daraufhin ab.

Google gleicht doppelt betroffen

Auch wenn die Entscheidung noch von einer Richterin bestätigt werden muss, galt der Spruch der Jury als Weckruf für Google. Der Internetkonzern ist gleich doppelt betroffen, auch wenn er nicht direkt verklagt wurde: Zum als Entwickler von Android und zum anderen als neuer Besitzer des Handy-Herstellers Motorola, gegen den Apple ebenfalls vorgeht.

Unklar blieb, was Apple-Chef Cook und sein Google-Kollege Page besprochen haben. Sprecher der Unternehmen wollten sich nicht äussern. Nach Angaben der US-Medien wollen die beiden Seiten jedoch weiter miteinander reden. Ein aussergerichtlicher Vergleich ist gerade in derart komplizierten Verfahren wie bei Patenten weit verbreitet. Sonst droht ein jahrelanger Gerichtsmarathon.

Im Fall von Samsung hatte es allerdings auch schon mehrere erfolglose Gesprächsrunden gegeben. Erst scheiterten die Lizenzverhandlungen im Herbst 2010 an unterschiedlichen Vorstellungen und Apple zog vor Gericht. Im Mai versuchten die Chefs von Apple und Samsung auf Anordnung des Gerichts zwei Tage lang, die Differenzen auszuräumen.

Apple fordert 24 Dollar pro Gerät

Noch Kurz vor Prozessbeginn in Kalifornien liess Richterin Lucy Koh die Firmenlenker nochmals telefonieren. Ein Deal kam jedoch nicht zustande. Auch jetzt will Samsung weiter gegen die Geschworenen-Entscheidung kämpfen.

Wie in dem Verfahren gegen Samsung bekanntwurde, verlangt Apple für eine umfassende Lizenz auf seine Patente 24 Dollar pro Gerät. Zugleich gibt es Rabatte und gegenseitige Verrechnungen, die den Preis in vielen Fällen etwas senken. Samsung verkaufte allein im vergangenen Quartal rund 50 Millionen Smartphones.

(aho/laf/awp)

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