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Einfluss
Apple verbrennt immer mehr Millionen fürs Lobbying

Apple und seine Konkurrenten stecken Millionen ins Lobbying in Washington. Die Ausgaben der Internet- und Techbranche explodieren. Apple versuchte vor allem die Steuerpolitik zu beeinflussen.

Von Julia Fritsche
am 05.02.2016

Apple hat auch 2015 wieder mehr für Lobbyarbeit ausgegeben, das zeigen vor kurzem veröffentlichte Zahlen des amerikanischen Center for Responsive Politics. Damit setzt sich ein Trend fort, der mit dem Wechsel an der Spitze des Technologieriesen von Steve Jobs zu Tim Cook begonnen hat.

Im letzten Jahr betrugen die Ausgaben von Apple in Washington 4,48 Millionen Dollar. Damit liess sich Cook die Lobbyarbeit nochmals fast 400'000 Dollar mehr kosten als im Jahr zuvor. Selbst der zuletzt bescheidenere Gewinn konnte den Trend nicht brechen. Ohne Zweifel kann sich Apple die Millionen leisten, seine Bargeldreserven betragen laut den letzten Informationen 215 Milliarden Dollar.

Rasante Aufholjagd

Unter Cooks Vorgänger Steve Jobs waren die Ausgaben noch deutlich geringer. Pro Jahr gab Apple jeweils rund 1 Million Dollar aus, obwohl der Konzern damals schon eine Hausnummer war und die Konkurrenz erheblich mehr investierte. Jobs vermied es, sich in Politik einzumischen und Lobbyarbeit in Washington zu betreiben.

Die Lobbyausgaben des Techkonzerns entwickeln sich im Vergleich zur Elektronik-Branche atypisch, denn nach einem Hoch von rund 138 Millionen Dollar 2008 sanken die Branchenausgaben für Lobbying 2015 auf 122 Millionen Dollar. Allein Lobby-Branchenführer Microsoft gab letztes Jahr mit 8,5 Millionen Dollar deutlich weniger als früher (2013: 10,5 Millionen Dollar) aus.

Branchenboom führt zu Lobbyboom

In der engverwandten Internetbranche allerdings explodieren die Ausgaben für Lobbying förmlich. 1998 noch gab die gesamte Branche zusammen nur wenig mehr als 1 Million Dollar aus, seither wächst der Betrag jedes Jahr deutlich. 2015 betrug die Gesamtsumme über 55 Millionen, 8 Millionen mehr, als im Jahr zuvor. Top-Lobbyist ist hier die Google-Mutter Alphabet (16,5 Millionen Dollar) vor Facebook (10 Millionen Dollar) und Amazon (9,5 Millionen Dollar). 

Einerseits liegt der Zuwachs am Branchenboom: Immer mehr Unternehmen haben immer mehr Geld zur Verfügung. Andererseits verfolgt Elektronik- und Internetbranche politisch oft die gleichen Ziele.

Steuern, Bildung, Handel

Bei Apple floss das Geld am häufigsten in Anstrengungen, das Steuersystem zu Gunsten des Konzerns zu verändern. Weiter steckte der Techkonzern Lobbygelder in Bildungsfragen und Handel. Besonders viel liegt Apple am Handelsabkommen «Transpazifische Partnerschaft (TPP)», profitieren würde der Techkonzern vom freien Datenfluss.

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