Stolz präsentierte Marketingchef Phil Shiller am 22. Oktober des vergangenen Jahres den neusten Wurf: Apples Mac Pro, ein Profirechner in futuristischem Design. Die Kundschaft: Nutzer, die beispielsweise für die Videobearbeitung viel Rechenleistung benötigen. Das schlägt sich im Preis nieder: Das günstigste Modell kostet in der Grundausstattung 3400 Franken – wer einen schnelleren Prozessor, mehr Arbeits- und Massenspeicher sowie eine bessere Grafikkarte will, landet im fünfstelligen Bereich.

Schon im Dezember war klar, dass Apple den ursprünglichen Liefertermin nicht einhalten kann – auch im Schweizer Online-Store wurde als frühester Zeitpunkt Februar genannt. Dieser Termin hat sich nun – zumindest für heutige Besteller – um einen weiteren Monat nach hinten geschoben: «Versandfertig: März», heisst es seit gestern.

Wettlauf mit Weihnachten verloren

Auch in anderen Ländern Europas sowie im asiatischen Markt sieht es laut Informationen des IT-Portals «Heise» nicht besser aus: Im Januar seien zwar vereinzelt Bestellungen bei deutschen Kunden eingetroffen, doch auch dort gilt nun der März als nächster Liefertermin.

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Über die Gründe kann weiter nur gerätselt werden. Bereits im vergangenen Jahr bezeichnete ein Firmensprecher gegenüber «Forbes» das Interesse am Mac Pro als «grossartig». Schon damals wurde gewarnt, dass es zu Lieferengpässen kommen könnte. Erstaunlich ist das deshalb, weil Apple bereits beim überarbeiteten iMac vor Jahresfrist nicht mehr alle Kunden rechtzeitig zu Weihnachten beliefern konnte, gelobte der Konzern in Cupertino Besserung – offenbar ein leeres Versprechen.