Die Aktien von Ascom stehen im frühen Handel unter Druck. Der Technologiekonzern hatte am Vorabend eine Gewinnwarnung publiziert. Man sei verhalten in das Jahr 2014 gestartet und werde für das erste Halbjahr gemäss provisorischen Zahlen durchwegs schlechtere Kennzahlen ausweisen müssen, hiess es. Für den Rest des Jahres ist das Unternehmen zwar optimistischer, senkte die Umsatzguidance aber trotzdem. Analysten halten die neue Guidance immer noch für ehrgeizig, sehen das Unternehmen aber sonst als intakt und die Aktie als unterbewertet an.

Ascom-Titel verlieren gegen 10 Uhr um 7,2 Prozent auf 13,60 Franken. Die Volumen sind mit knapp 270'000 gehandelten Aktien ausserordentlich hoch: Der Tagesdurchschnitt der vergangenen Wochen lag bei etwa 100'000 Titeln. Der Gesamtmarkt SPI büsst aktuell 0,28 Prozent ein.

Ausblick zurückgestutzt

Ascom schätzt gemäss vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr mit einem Umsatzrückgang von knapp 10 Prozent. Die Experten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hatten nicht mit so einer starken Abnahme gerechnet. Laut einem Kommentar vom Freitag sei der Umsatz 5 Prozent mehr als erwartet gesunken. Neben einem verhaltenen Geschäftsverlauf dürften negative Währungseffekte im Umfang von geschätzten 2 Prozent bis 3 Prozent für Gegenwind gesorgt haben, heisst es. Der neu vom Ascom-Management angepeilte Umsatz («flache» Umsatzentwicklung; zuvor galt Wachstum von 5 Prozent bis 10 Prozent) bedeute gemäss der ZKB ein leichtes Wachstum von geschätzten 2 Prozent für das Kerngeschäft.

Die EPS-Schätzung nimmt die Staatsbank für 2014 und 2015 um je 6 Prozent zurück. Die Aktie sei mit einem revidierten DCF-Wert von 17,50 Franken zwar unterbewertet, es werde aber vorerst kein besseres Kurspotenzial als das des Gesamtmarktes gesehen. In der Folge stuft die ZKB die Aktie auf «Marktgewichten» von «Übergewichten» zurück.

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Banken glauben an Erholung

Die Bank Vontobel merkt an, dass sie angesichts der Herausforderungen in den beiden Kerndivisionen für das zweite Halbjahr bereits Bedenken geäussert hatte, die Guidance sei zu ehrgeizig. Der nun zurückgestutzte Ausblick würde noch immer eine deutliche Beschleunigung bei Wachstum und Profitabilität implizieren, trotz eines tieferen Auftragseingangs. Auch dies hält die Bank für ein ehrgeiziges Vorhaben des Managements. Das Kursziel von 18,50 Franken wird überprüft; an dem «Hold»-Rating hält Vontobel hingegen fest.

Unverändert zum Kauf empfiehlt die UBS die Papiere. Sie nimmt aber das Kursziel auf 18 von 19 Franken zurück. Die Aktie wird vom zuständigen Analysten derzeit als günstig bewertet angesehen. Die limitierte Visibilität und das angeschlagene Vertrauen der Investoren könnten allerdings kurzfristig das Aufwärtspotenzial der Titel limitieren, heisst es. Das Unternehmen müsse wieder Ergebnisse liefern, um den Aktienkurs anzutreiben. Ein Resultat in der Mitte der Guidance für 2014 würde dabei genügen, heisst es. Die UBS rechnet mit Verbesserungen im zweiten Halbjahr und betont die Stärke der Projekte-Pipeline.

(awp/gku/sim)