Morgens eine E-Mail an den Freund senden, nachmittags im Internet einkaufen, abends die neuesten Ideen in den sozialen Medien mitteilen - jeder von uns produziert täglich neue Daten.

Die Masse der weltweit vorhandenen Informationen verdoppelt sich Schätzungen zufolge alle zwei Jahre und kann für Firmen eine Goldgrube sein. Wie sich enorme Datenmengen nutzen, aber vor allem auch schützen lassen, will in diesem Jahr die Computermesse Cebit unter dem Schlagwort «Databilty» ergründen.

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IT-Sicherheit als Thema des Jahres

Die Aussteller der Messe, die am Sonntagabend eröffnet wird, konzentrieren sich dabei besonders auf Sicherheitsfragen. Mehr als 500 der etwa 3500 Teilnehmer befassen sich nach Angaben der Veranstalter damit, darunter Fachgrössen wie Symantec, McAfee und Kaspersky.

Laut dem deutschen Branchenverband Bitkom ist IT-Sicherheit das wichtigste Hightech-Thema des Jahres. «Die fortschreitende Digitalisierung führt zur Entstehung riesiger Datenmengen, die sinnvoll genutzt und verantwortungsvoll geschützt werden müssen», meint Verbandspräsident Dieter Kempf. Die Analyse der Datenmassen sei nicht nur ein technisches, sondern auch ein gesellschaftspolitisches Thema.

Datenberge im Blickpunkt

Gerade die Enthüllungen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden über die weltumspannenden Spionageaktivitäten von Diensten der USA und anderer Staaten haben gezeigt, wie riesige Datenmengen gegen den Willen der Erzeuger ausgewertet werden können. Schlagzeilen über Hacker-Attacken tun ihr Übriges, um Datenschutzbedenken zu fördern.

Die Cebit-Macher wollen aber auch die «grossen Chancen» des Umgangs mit enormen Datenmengen in den Blickpunkt rücken, wie Messe-Chef Oliver Frese sagt. Unternehmen könnten neue Geschäftspotenziale entdecken und ihre Arbeitsweise effizienter machen, Konsumenten von optimierten Abläufen im Reiseverkehr oder beim Online-Einkauf profitieren.

Skurrile Produkte

Allerdings stehen die Konsumenten bei der Cebit in diesem Jahr nur noch am Rande. Die Messe will sich unter dem Motto «100 Prozent Business» stärker auf Unternehmen und Fachbesucher ausrichten.

Neue Produkte für Endkunden sind daher auf der Messe rar. Platz für Skurriles ist dennoch - so wird unter anderem ein 3D-Stift gezeigt, mit dem sich Objekte in die Luft malen lassen. Auch ein Laptop, der zu Identifizierung des Nutzers das Muster von dessen Handvenen scannt, wird präsentiert. Unterwegs sind zudem affenähnliche Roboter, die etwa in der Geländeerkundung eingesetzt werden könnten.

Während sich das Zielpublikum der Cebit ändert, bleibt die Präsenz der grossen Politik: Zur Eröffnung kommt wie üblich Bundeskanzlerin Angela Merkel, diesmal mit dem britischen Premierminister David Cameron, der das diesjährige Partnerland der Messe vertritt.

(sda/gku/me)