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Chinesischer Hackerangriff auf «New York Times»

Wen Jiabao: Ein Bericht über die Familie von Chinas Ministerpräsident soll den Angriff ausgelöst haben. (Bild: Keystone)

Ein Bericht über das Milliardenvermögen von Wen Jiabaos Verwandte rief chinesische Hacker auf den Plan: Die Passwörter aller Beschäftigten der «New York Times» wurden gestohlen. China dementiert eine

Veröffentlicht am 31.01.2013

Die «New York Times» ist Ziel eines massiven Hacker-Angriffs aus China geworden. Dabei seien die Passwörter aller Beschäftigten der Zeitung gestohlen worden, berichtete das Blatt unter Berufung auf IT-Sicherheitsexperten.

Die Angreifer hätten sich danach Zugang zu den Computern von 53 «Times»-Mitarbeitern verschafft. Die Attacke im Herbst fiel mit der Arbeit an einem Bericht über das Vermögen der Familie des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao zusammen.

In dem am 25. Oktober veröffentlichten Artikel hiess es, Wens Verwandte hätten ein Vermögen von mehreren Milliarden Dollar angesammelt. Die Angreifer scheinen nur an Informationen im Zusammenhang mit dem Bericht interessiert gewesen zu sein, schrieb die Zeitung.

Chinas Regierung: «Haltlose Anschuldigungen»

Inzwischen sei das Computersystem der «New York Times» wieder sicher gemacht worden. In den USA wird immer wieder über Hacker-Angriffe auf Unternehmen und Behörden berichtet.

Die chinesische Regierung wies die Vorwürfe zurück. Die Anschuldigungen der «NYT» seien «haltlos», sagte Aussenamtssprecher Hong Lei in Peking.

«Ohne harte Beweise zu sagen, dass China an derartigen Hackerangriffen teilnimmt, ist völlig verantwortungslos.» Ähnlich äusserte sich das Verteidigungsministerium, das unterstrich: «Das Militär hat niemals irgendwelche Hackerangriffe unterstützt.»

Wens Familie: 2,7 Milliarden Vermögen

Die «NYT» hatte Ende Oktober berichtet, die Familie von Wen habe während seiner Amtszeit riesige Vermögen angehäuft. Dem Bericht zufolge besitzt die Familie Beteiligungen in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar an Firmen im Banken-, Tourismus- und Telekommunikationssektor.

Die Zeitung berief sich auf eine Auswertung von Unternehmens- und Börsenmitteilungen zwischen 1992 und 2012. Dem Bericht zufolge verfügt Wen selbst über keine Beteiligungen, genannt wurden aber unter anderem seine Mutter, seine Frau, sein Sohn und seine Tochter.

(vst/aho/sda)

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