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Chiphersteller: Schwache Nachfrage

 

Consumer Electronic Show: Die drei grossen Chiphersteller Intel, Nvidia und Texas Instruments berichten von schwacher Nachfrage. Für die nächsten zwei Quartale sehen sie keine Anzeichen einer Trendwen

Von Matthias Niklowitz
am 01.03.2009

Intel
 

Intel stellte dieses Jahr an der CES keine neuen Produkte vor. Die Präsentationen beschränkten sich auf die bereits eingeführten Produkte wie den «Atom»-Prozessor für Netbooks, den «Canmore»-Medien-Prozessor für den Consumer-Elektronikbereich und den «i7-Extreme Edition». Das Thema Netbooks dominiert gegenwärtig bei den Intel-Kunden, Intel-Sprecher verwiesen auf neue Modelle von Dell, HP und Asus.

Der Canmore-CE3100-Prozessor war bereits im vergangenen September am Entwicklerforum vorgestellt worden. Damit tritt Intel gegen vergleichbare Chips von Broadcom, Sigma Designs und ST Micro an. Konsumenten haben durch diesen Chip auf ihren Fernsehern einen Internet-Eindruck, wie sie ihn bisher nur von PCs und Notebooks kannten. Neben dem Chip ist hierfür die Anwendung «Widget Channel», die in Zusammenarbeit mit Yahoo entwickelt wurde, erforderlich. Seit letztem Sommer wird der Chip ausgeliefert, ab Sommer 2009 sind erste Geräte zu erwarten.

Intel glaubt, dass sich Fernseher mit diesem Chip und der Widget-Technologie für 100 bis 300 Dollar teurer verkaufen lassen als herkömmliche Geräte. Entscheidend ist, wie die TV-Hersteller ausgestalten. Der Canmore-Chip kostet gegenwärtig 35 Dollar, fast doppelt so viel wie die Konkurrenzprodukte. Intel strebt in diesem Geschäftsbereich die gleichen Bruttomargen an wie bei den PC-Prozessoren.

Nvidia

Nvidia-Vertreter berichten von sehr schwacher Nachfrage, das laufende Quartal – Nvidia schliesst die Bücher Ende Januar – dürfte schlecht ausfallen und der Umsatz im Vergleich zum Herbstquartal um 15% schrumpfen. Die Nachfrage hat sich seit dem letzten Analysten-Konferenzgespräch von Mitte November weiter verschlechtert. Auch für die kommenden Monate zeigten sich Nvidia-Vertreter sehr zurückhaltend. Erst im Sommer könnte sich das Geschäft etwas stabilisieren.

Das einzige Produkt, das gegenwärtig gut läuft, ist der GeForce-9400-Chipset, der seit Ende letzten Jahres in die Apple-Notebooks eingebaut wird. Am Mai werden weitere Notebook-Hersteller diesen Chipset verwenden. Trotz den schlechten Aussichten soll das Forschungs- und Entwicklungsbudget nicht angetastet werden. 

Nividia stellte jetzt einige neue Grafikkarten (GTX 285 und GTX 295) vor, die auf dem Prozessor GTX200 basieren. Damit soll ein nennenswerter Performancezuwachs gegenüber den Radeon-4870-Karten von AMD erzielt werden.

Texas Instruments



Texas Instruments (TI) schlägt sich auch mit einem zu hohen Lagerbestand herum. Für das abgelaufene Quartal wollte das Unternehmen die Lagerbestände um 150 Mio. Dollar reduzieren.

Die Schwäche hat inzwischen alle Endkundensegmente erreicht. Als erste Branche fielen laut den Sprechern von TI die Autohersteller auf, in der Mitte des vierten Quartals 2008 folgten dann die Firmen aus der Handybranche. Ein Preisdruck, der über das übliche Mass hinaus geht, besteht nicht, die einzige Ausname sind Analogchips, die bei TI 5% des Umsatzes ausmachen.

Bisher hatte sich TI auf kleinere Übernahmen beschränkt, die leicht zu integrieren waren und bei denen die Umsätze rasch dank der grösseren Reichweite zu Kunden steigern liessen. Jetzt liess man bei TI durchblicken, dass auch grössere Akquisitionen vorgenommen werden könnten. Am gegenwärtigen Forschungsbudget sollen keine Abstriche gemacht werden.
 

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