Die Internetseite des US-Geheimdienstes CIA war am Freitag stundenlang nicht erreichbar. Die Verantwortung dafür übernahm die Hacker-Vereinigung Anonymous. Die Internet-Präsenz war auch Stunden später in der Nacht auf Samstag zunächst nicht aufrufbar.

Eine CIA-Sprecherin sagte nur, es habe Probleme mit der Internetseite gegeben. Weiter wollte die CIA die Lage auf Anfrage des Online-Dienstes CNET nicht kommentieren. Der Geheimdienst verwies lediglich auf laufende Untersuchungen.

Zuvor hatten Mitglieder von Anonymous über den Kurznachrichtendienst Twitter die Nachricht «CIA Tango down» verbreitet. «Tango down» ist im Militärjargon der Code für die Ausschaltung eines Feindes.

Sollte tatsächlich Anonymous dahinterstecken, dürfte eine sogenannte DDOS-Attacke der Auslöser gewesen sein. Dabei wird ein Web-Server mit Daten-Anfragen überhäuft, bis er unter dieser Last in die Knie geht.

Zuletzt hatte Anonymous auf diese Weise im Januar die Websites der Bundespolizei FBI und des US-Justizministeriums als Vergeltung für die Schliessung der Online-Speicherplattform Megaupload angegriffen.

Locker organisiert

Die Anonymous-Bewegung setzt sich für den freien Datenfluss, Redefreiheit und gegen Zensur ein. Unter dem Decknamen starteten Aktivisten schon zahlreiche Angriffe auf Banken, Kreditaktenfirmen oder Behörden.

Die Hacker-Vereinigung ist aber nur locker organisiert; im Prinzip kann jeder sich für sie ausgeben, ohne dass das Gegenteil bewiesen werden kann.

Die Aktivisten schliessen sich zumeist ad hoc zu einzelnen «Operationen» unterschiedlichster Art zusammen. Bekanntgeworden war das Kollektiv vor allem mit Angriffen auf Firmen, die dem Enthüllungsportal Wikileaks die Zusammenarbeit aufgekündigt hatten, etwa Mastercard.

(aho/tno/sda)