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Cyber-Warnung: Schweizer Behörde ahnungslos

Nicht immer ungefährlich: ein Server in Betrieb. (Bild: Keystone)

Deutschland ruft seine Internet-Nutzer auf, ihre Computer zu testen. Durch schädliche Software könnten sonst bald Tausende Rechner vom Netz abgeschnitten sein. Bei der zuständigen Schweizer Behörde wa

Von Timo Nowack
am 11.01.2012

Bedrohung aus der Vergangenheit: Im November 2011 stellten FBI-Fahnder in New York mehr als hundert Server von Internet-Kriminellen sicher. Die Cyber-Verbrecher hatten damit weltweit Computer manipuliert, wie «Spiegel Online» berichtet. Um die betroffenen Rechner nicht sofort vom Internet abzuschneiden, setzte das FBI korrekt arbeitende Server ein. Diese sollen jedoch am 8. März abgeschaltet werden, wie das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) meldet.

Daher empfiehlt das BSI den deutschen Internetnutzern, ihre Computer auf die Schadsoftware DNS-Changer zu überprüfen. Damit hatten die Internet-Kriminellen nämlich die Rechner manipuliert. «Im Falle einer Infektion leitet der Webbrowser die Benutzer bei Abfrage populärer Webseiten unbemerkt auf manipulierte Seiten der Kriminellen um, wo betrügerische Aktivitäten wie beispielsweise die Verbreitung angeblicher Antivirensoftware, Klickbetrug oder nicht lizenzierter Medikamentenverkauf stattfinden», schreibt das BSI.

Bei betroffenen Rechnern sei nach der Server-Abschaltung am 8. März eine Internetnutzung nicht mehr möglich, so das BSI, «da die Nutzer wegen des nunmehr fehlenden Zugriffs auf das ‚Telefonbuch’ (DNS) im Internet mit ihrem Computer keine Webseiten mehr aufrufen können». Laut dem FBI seien in Deutschland täglich bis zu 33’000 Computer täglich betroffen.

Schweizer Behörde: «Bis vor wenigen Stunden unbekannt»

Bei der in der Schweiz zuständigen Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) ist man dagegen noch ahnungslos: «Der von Ihnen geschilderte Fall war uns bis vor wenigen Stunden unbekannt, so dass wir leider über keinerlei Zahlen verfügen», teilte der stellvertretende Leiter, Max Klaus, auf Anfrage von «Handelszeitung Online» mit.

«Zurzeit laufen Abklärungen unserer Spezialisten, unter anderem durch Nutzung unserer internationalen Kontakte», so Max Klaus. Das generelle Problem der DNS-Charger sei schon länger bekannt und solle im nächsten Halbjahresbericht im Mai detailierter behandelt werden.

Ein Schweizer Angebot, mit dem man seinen Computer auf eine DNS-Charger-Infektion zu prüfen, gibt es laut Max Klaus derzeit nicht und ist auch nicht geplant. Allerdings können auch Schweizer das deutsche Angebot der BSI nutzen. Zu finden ist es unter dns-ok.de.

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