Nur sieben Passwörter sicherten ihnen den Zugang zu hochsensiblen Daten: Chinesische Hacker haben laut einem Bericht des Wall Street Journal jahrelangumfassenden Zugang zum Computersystem des kanadischen Telekommunikations-Ausstatters Nortel gehabt.

Geschäftliche Interna, E-Mails, technische Daten – sieben Jahre lang haben die Kriminellen in aller Ruhe all das an Internetadressen in Shanghai weitergeleitet. Eines der Passwörter, das sie erbeutet haben, stammte offenbar auch vom damaligen Chef des Unternehmens.

Nortel befindet sich seit 2009 im Insolvenzverfahren. Bekannt geworden ist der Hackerangriff offenbar schon lange davor, im Jahr 2004. Aber auch da waren die Cyberkriminellen schon lage zugange. Man war stutzig geworden, nachdem ein Mitarbeiter einen für ihn nicht üblichen Dokumentensatz heruntergeladen haben sollte, von dem er selbst nichts wusste.

Wirklich etwas unternommen hat der Konzern daraufhin aber nicht, wie die Zeitung berichtet. Lediglich die sieben Passwörter habe man geändert. Laut dem damaligen Chef Mike Zafirovski habe man das Thema einfach nicht ernst genommen – trotz eines 15-seitigen Papiers, was er zu dem Thema verfasst habe, in dem stand, dass die Chinesen offenbar immer noch im System seien. 

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(laf/vst)