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Wettlauf
Das enge Rennen hinter Samsung und Apple

Samsung und Apple liegen bei den Handyverkäufen vor der Konkurrenz. Dahinter brennt ein globaler Wettbewerb. Der chinesische Aufsteiger Xiaomi erkämpfte sich Platz drei – doch nur für wenige Stunden.

Von Gabriel Knupfer
am 31.10.2014

Die Smartphone-Verkäufe boomen nach wie vor, besonders in den Schwellenländern. Im letzten Quartal wurden nach Analysedaten der International Data Corporation (IDC) weltweit 327,6 Millionen Geräte verkauft. Ein Zuwachs von über einem Viertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und immerhin 8,7 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2014.

«Während die meisten hochentwickelten Länder nur noch im einstelligen Bereich wachsen, sehen wir in den Schwellenländern ein Wachstum von mehr als 30 Prozent», erklärt Ramon Llamas von IDC den anhaltenden Boom. «Ausser Apple haben aber die meisten Firmen Mühe, mit Smartphones richtig Geld zu verdienen.» Denn die hohen Verkaufszahlen gehen einher mit einem zunehmenden Preisverfall.

Drei Konkurrenten aus Ostasien

Während Samsung und Apple mit 24 respektive 12 Prozent der globalen Verkäufe weiterhin komfortabel auf den Plätzen eins und zwei liegen, ist in ihrem Gefolge ein harter Kampf zwischen mehreren ostasiatischen Herstellern entbrannt. Die chinesischen Xiaomi und Lenovo buhlen ebenso wie LG Electronics aus Südkorea um den prestigeträchtigen dritten Platz auf dem Treppchen.

Die am Mittwoch veröffentlichte Studie von IDC sah dabei erstmals Xiaomi auf Platz drei. Die chinesischen iPhone-Kopien Mi3 und Mi4 katapultierten den Hersteller zu einem Marktanteil von 5,3 Prozent. Hauchdünn dahinter reihten sich Lenovo und LG mit einem Marktanteil von 5,2 und 5,1 Prozent ein. Der Unterschied zwischen den beiden war im letzten Quartal so gering, dass IDC beide Firmen auf Platz vier klassierte.

Acht Stunden auf dem Treppchen

Die Freude bei Xiaomi währte indes gerade mal acht Stunden. Am Donnerstag teilte Lenovo mit, dass die Übernahme der Handymarke Motorola von Google abgeschlossen sei. Die chinesischen Xiaomi-Konkurrenten kommen durch dem Zukauf nach Einschätzung von Analysten auf acht Prozent Marktanteil und überrunden Xiaomi.

Hält der Run auf billige Android-Handys an, dürfte Lenovo weiter wachsen. Und es ist klar, dass die Firma aus Peking grosse Ziele hat. «Du darfst nicht nur in China spielen», sagte Lenovo-Chef Yang Yuanqing in einem Interview mit der Nachrichtenagentur «Bloomberg». «Du musst im globalen Markt gewinnen.» Lenovo strebe deshalb langfristig die weltweite Spitzenposition an.

211 Prozent mehr verkauft

Xiaomi wollte gegenüber den Medien keine Stellung nehmen zum Wettlauf mit der Konkurrenz. Man sei aber «stolz über das starke Wachstum», sagte ein Sprecher. Tatsächlich hat die junge Marke Xiaomi, die erst vor drei Jahren ihr erstes Handy lanciert hat, im Jahresvergleich um 211 Prozent zugelegt.

Von solchen Zahlen können auch Lanovo und LG mit je rund 40 Prozent Wachstum nur träumen. Zum Vergleich: Die Verkäufe von Apple wuchsen seit dem dritten Quartal 2013 um gerade Mal 16 Prozent. Und bei Samsung ging der Absatz von Smartphones gar um über acht Prozent zurück. Es braucht keine Kristallkugel, um aus diesen Zahlen zu schliessen: Der harte Kampf im Smartphone-Business dürfte sich in den nächsten Jahren noch zuspitzen.


 

 
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