Mit dem Erreichen eines Marktwerts von mehr als 700 Milliarden Dollar ist deutlich geworden, dass Investoren die Aktien von Apple weiter in grossem Umfang kaufen. Einige jedoch sichern sich auch gegen ihre eigenen Wetten und einen Kursrückgang ab.

Der Options-Handel zeigt laut Daten von Bloomberg, dass sich die Kosten für eine Absicherung seit einem Tief am 17. November mehr als verdreifacht haben. Optionen, die auf einen 10-prozentigen Rückgang der Apple-Aktie wetten, kosten zwei Prozentpunkte mehr als Wetten darauf, dass der Kurs um 10 Prozent klettert. Auch das belegen 6-Monats-Daten von Bloomberg.

Starker Dollar als Schwäche

Die Aktien sind nicht sicher vor Markteinbrüchen und ein stärkerer Dollar könnte die Gewinne belasten, sagt Virginie Robert von Constance Associes in Paris: «Die Apple-Rally wird an einem Punkt stoppen. Nicht alle Quartale werden so gut ausfallen wie das vergangene.»

Ein Blick in die Vergangenheit macht die Gefahren deutlich. Nachdem die Apple-Aktie im Jahr 2012 ein Rekordhoch erreicht hatte, fiel der Kurs innerhalb von sieben Monaten um rund 44 Prozent zurück.

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Icahn glaubt an Apple

Am 27. Januar dieses Jahres hatte Apple einen Rekordgewinn von 18 Milliarden für das zuvor abgeschlossene Quartal ausgewiesen. Das trieb den Kurs noch weiter an und veranlasste Star-Investor Carl Icahn – einer der grössten Apple-Aktionäre – zu der Aussage, die Titel seien eine der besten Kauf-Ideen der letzten Jahrzehnten.

«Ich empfehle nicht zu viele Aktien – es sei denn, ich gehe davon aus, dass es auf der Hand liegt. Apple, glaube ich, ist einer der besten Käufe in den vergangenen Jahrzehnten», erklärte Icahn in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNBC Ende Januar. Er glaube, dass die Aktie trotz der Rally noch immer unterbewertet sei.

Viel Umsatz im Ausland

Dennoch: Im vergangenen Quartal erzielte das Unternehmen rund 65 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Das könnte zu einem Problem werden – angesichts des Dollar, der so stark ist wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Zwar sichert sich Apple gegen Währungsschwankungen ab, doch alle Risiken lassen sich damit wohl nicht ausräumen.

Im vergangenen Oktober hatten es einige Investoren schon einmal mit der Angst bekommen. Damals fiel die Aktie auf ein Tief zurück, als zunehmende Sorgen über eine Abschwächung der Weltkonjunktur mehr als 5,5 Billionen Dollar an Wert bei Aktien aus aller Welt auslöschten.

In der Folgezeit erholte sich die Apple-Aktie bis zu einem Hoch im November, bevor es wieder bis etwa Mitte Dezember nach unten ging. Dieses Mal zogen sich Investoren aus risikoreicheren Anlagen wegen der sich abzeichnenden politischen Turbulenzen in Griechenland zurück.

(bloomberg/ise)