Die technologische Revolution stellt die Bankenbranche vor grosse Herausforderungen. Kleine Firmen aus dem Silicon Valley mischen inzwischen vorne mit in den Milliardengeschäften von Vermögensverwaltung und Investmentbanking und drohen den Grossen das Wasser abzugraben. Die Bankbeziehungen der Kunden verlagern sich ins Internet und verlangen nach neuen Ansätzen.

«Die Finanzindustrie befindet sich in einem gewaltigen Umbruch», bestätigt der oberste UBS-Informatiker Oliver Bussmann. Die grösste Schweizer Bank geht deshalb einen ungewöhlichen Weg. Mit dem hochdotierten Wettbewerb «Future of Finance Challenge» sollen die besten Fintech-Startups der Zukunft bereits im Frühstadium erkannt und gefördert werden. Und dies zum gegenseitigen Nutzen beider Seiten.

Zwölf Milliarden für Fintech-Branche

«Wir haben in den letzten Jahren einen enormen Anstieg an Investitionen in den Fintech-Sektor gesehen», so Group CIO Bussmann. So flossen 2014 bereits zwölf Milliarden Dollar in die Branche, nach nur vier Milliarden im Jahr zuvor. Von geschätzten 4000 Fintech-Startups haben laut «Economist» mehr als ein Dutzend einen Wert von über einer Milliarde Dollar erreicht. Sehr viele sind aber auch noch klein oder haben gerade erst mit ihrem Projekt begonnen – und genau hier setzt die UBS an.

Eingeladen zum Wettbewerb sind Firmen mit einem Umsatz von weniger als 3 Millionen Dollar. Sie sollen der Bank neue und potenziell disruptive Ideen in den Bereichen Service, neue Produkte, Effizienz oder Sicherheit bringen, so Bussmann. Im Gegenzug verteilt die UBS unter den besten Teilnehmern Preisgelder und Förderprogramme, mit denen die Ideen weiterentwickelt und zu Geld gemacht werden können.

Gute Aussichten für die Finalisten

«In diesem Wettbewerb gewinnen beide Seiten», sagt Bussmann. Für die UBS sei es von herausragender Bedeutung, sich dieser Community anzunähern. «Dafür bieten wir Zugang zur UBS mit ihrer weltweiten Präsenz und grossen Erfahrung – gerade auch im Research-Bereich.» Wer es im Wettbewerb ins Finale schaffe, habe gute Chancen, ganz weit zu kommen mit seiner Idee.

Den besten Teilnehmern winken im Gegenzug nicht nur Preisgelder und andere Unterstützung im Wert von 300'000 Dollar, sondern eventuell sogar Investitionen durch die UBS. Diese Möglichkeit sei ganz klar da, sagt Bussmann. «Wenn uns eine Lösung überzeugt, werden wir entscheiden, ob es nötig und zweckdienlich ist, in die Firma zu investieren.»

Mehrstufiges Auswahlverfahren

Es ist nicht einfach, das Potenzial einer gerade erst geborenen Idee abzuschätzen. Auf jedes erfolgreiche Startup kommen zahlreiche andere, die niemals das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Die UBS veranstaltet ihren Wettbewerb deshalb in einem mehrstufigen Auswahlverfahren, an dem auch Geschäftsleitungsmitglieder der UBS involviert sind. So werde sich bis zum Finale am 10. Dezember herausstellen, welche Ideen Potenzial haben und umsetzbar sind, glaubt man bei der UBS.

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