Das Flugzeug schreibt Luftfahrtgeschichte: Erstmals hob heute ein Pilatus-Düsenjet vom Boden ab. Bisher baute die Traditionsfirma mit Sitz in Stans nur Propellermaschinen. Verwaltungsratspräsident Oscar Schwenk zeigte sich emotional berührt nach dem erfolgreichen Test. Gegenüber Handelszeitung.ch spricht er darüber, was die nächsten Schritte beim Bau des Business-Jets sind.

Der PC-24 hat seinen ersten Testflug absolviert. Ihr Fazit?
Oscar Schwenk: Ein Erstflug ist eine spezielle Sache. Nach acht Jahren Entwicklungszeit haben wir den Pilatus PC-24 heute zum ersten Mal in der Luft gesehen. Da waren wir natürlich froh, dass alles so gut geklappt hat.

Worauf lag Ihr Fokus bei der heutigen Flugstunde?
Der Sinn eines ersten Testfluges ist, zu prüfen, ob das Flugzeug anständig fliegt. Anständig fliegen bedeutet, dass aerodynamisch alles in Ordnung ist. Wir haben geschaut, wie schnell die Maschine steigt, ob sie die Flughöhe halten kann und wie das Lenkverhalten ist. Der PC-24 hat in allen Bereichen gut abgeschnitten.

Bevor der Düsenjet zertifiziert wird, haben Sie noch 2300 Teststunden vor sich. Was sind die nächsten Schritte?
Wir bauen insgesamt drei Prototypen, einer wird in den USA geprüft, zwei hier in der Schweiz. Bis Mitte 2017 werden die Flieger auf Mark und Bein getestet, dann soll die Zertifizierung erfolgen. Als nächstes werden wir das Fahrwerk in verschiedenen Flughöhen ein- und ausfahren. Dieser Test findet je nach Wetter wahrscheinlich am Mittwoch statt.

Der Andrang von Käufern beim Erstflug war bereits vor dem ersten Test ungewöhnlich gross. Wann nehmen Sie wieder Bestellungen an?
Damit wollen wir noch warten. Derzeit haben wir eine lange Liste an Interessenten für die nächsten Bestellungen und sind bis 2019 ausverkauft. Es macht keinen Sinn, gleich Flugzeuge für die nächsten fünf Jahre zu verkaufen. Darum wird es noch eine Weile dauern, bis wir die Liste wieder öffnen.