Alle paar Monate bekommen die Entwickler bei Facebook einen Tag frei, um sich irgendeinem Projekt widmen zu können, das sie selbst interessant oder wichtig finden. Diese sogenannten «Hackathons» sind im Silicon Valley bei Tech-Unternehmen nicht ungewöhnlich. Auch Google ist dafür bekannt.

Bei Facebook führen sie aber oft zu wichtigen Produkten, die tatsächlich umgesetzt werden. Gute Beispiele sind der erste Videoplayer des sozialen Netzwerks, seine Entwicklerplattform und sein Chatsystem.

Über Prototypen wird abgestimmt

Nachdem die Entwickler Prototypen ihrer Ideen erstellt haben, präsentieren sie diese ihren Kollegen und stimmen ab. Die beliebtesten Ideen werden dann Geschäftsführer Mark Zuckerberg und dem Rest des Führungsteams vorgestellt. Oder, wie es Facebooks Produkt-Chef Chris Cox formuliert hat: «Das ist wie unsere Superstar-Suche.» 

Die Ergebnisse des letzten Hackathons wurden Zuckerberg bereits präsentiert und er, Cox und andere Top-Manager stellten sie am Montag auf Zuckerbergs persönlicher Facebook-Seite vor. Nicht alle Kreationen werden einmal zu richtigen Produkten oder Features, aber Zuckerberg hat bereits angedeutet, dass einige davon grünes Licht bekommen könnten

Heisse Controller

Zu den Favoriten des Chefs gehören Controller für die VR-Brille Oculus VR, die heiss und kalt werden: Ein Mitarbeiter hat die Demo-Controller der Oculus VR modifiziert, sodass dank integrierter Thermokühler das Gefühl von Kälte und Wärme in der virtuellen Realität simuliert werden kann. «Das ist echt warm», merkte Zuckerberg an, als er seine Hände an einem virtuellen Feuer wärmte.

Eine andere Idee setzt auf Ortsanfragen im Messenger, wenn ein Freund vermisst wird: Können Sie einen Freund nicht finden und sind um dessen Sicherheit besorgt, können Sie so eine Anfrage senden, um seinen Standort zu erhalten. Ein Timer zeigt ihm an, bis wann er die Anfrage bestätigen oder ablehnen sollte. Wenn der Timer abgelaufen ist, wird der Standort automatisch gesendet.

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Gifs in Kommentaren

Bald sollen die kleinen Bewegtbilder auch in den Kommentaren von Facebook genutzt werden können. Mark Zuckerberg jedenfalls sah bei der Präsentation grosses Potential für das Feature. «Ich denke, das wird viel genutzt werden», so der Chef.

Ein anderer Facebook-Entwickler stellte die Demo eines Facebook Messengers vor, mit dem man offline Nachrichten versenden kann. Die Funktion ist für die App «Messenger Lite» gedacht, die speziell für Schwellenländer entwickelt wurde.

Nachrichten auch ohne Internetanschluss

Sie soll es den Nutzern erlauben, Nachrichten über das WiFi-Signal des Handys zu senden, wenn es keinen Internetanschluss gibt. Zuckerberg schien die Idee während der Demo zu mögen. «Das ist etwas, von dem ich auch schon gedacht habe, dass wir das entwickeln sollten», sagte er bei der Präsentation.

Ein anderes Programm, das während eines «Hackathons» entwickelt wurde, fasst automatisch die in den Kommentaren geteilten Fotos und Videos in einem Album zusammen. Fragt man etwa nach Bildern einer Hochzeit und Freunde teilen diese in Kommentaren, werden die Bilder in einem geteilten Fotoalbum gesammelt, auf das alle zugreifen können.

Smartes Zuhause

Mark Zuckerberg selbst tüftelt derzeit an einer persönlichen künstlichen Intelligenz für das smarte Zuhause: «Sie kann momentan schon recht viel» sagte er nach der Präsentation, ohne Details zu nennen. Er plant noch in diesem Jahr eine umfassendere Demo zu präsentieren.

Bislang gibt es noch keine Berichte darüber, ob diese tatsächlich – wie spekuliert – von Iron-Man-Darsteller Robert Downey Jr. synchronisiert werden wird.

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Dieser Artikel erschien zuerst bei «Business Insider Deutschland» unter dem Titel «An diesen coolen Funktionen arbeiten Facebook-Entwickler gerade».