In diesem Alter wechseln die meisten vielleicht gerade ihre Studienrichtung zum dritten Mal, sie reisen mit Rucksack durch die Welt oder hängen ganz einfach auf Partys ab. Evan Spiegel aber ist Unternehmenschef. Der 23-jährige Kalifornier leitet Snapchat. Mit der Erfolgs-App kann man Handy-Fotos verschicken, die sich ein paar Sekunden nach Empfang automatisch löschen. So wird verhindert, dass peinliche Aufnahmen für immer im Internet zu sehen sind.

Facebook wurde vor einiger Zeit auf Snapchat aufmerksam. Denn der neue Dienst wird bei Jugendlichen immer beliebter. Seit sich ihre Eltern und Lehrer auf dem sozialen Netzwerk tummeln, kommunizieren sie lieber via Snapchat. Erst kürzlich musste Facebook zugeben, dass man bei den ganz jungen Nutzern verliere. Der Konzern wollte deshalb den Feind ins eigene Haus holen. Bot er vor einem Jahr noch eine Milliarde Dollar für Snapchat, lagen nun drei Milliarden auf dem Tisch – in bar.

Noch mehr Geld im Koffer

Doch Chef und Gründer Spiegel sagte ab. Er will unabhängig bleiben. Dank seinem Erfolg kann er warten. 350 Millionen Nutzer hat Snapchat inzwischen. Hält er das Wachstumstempo aufrecht sind die Chancen hoch, dass Facebook wieder anklopfen wird - mit noch mehr Geld im Koffer. Und wenn nicht, greift wohl ein Konkurrent zu.

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Spiegel hat also ausgesorgt. Der junge Mann studierte an der renommierten Uni Stanford Produktdesign. Später arbeitete er für den amerikanischen Hersteller von Standardanwendungssoftware Intuit, bevor er sich selbstständig machte.