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Technologie
Ein Fehler zeigt Apples grösstes Problem mit Siri

Wer Siri nach der Nationalhymne von Bulgarien fragt, erhält eine völlig absurde Antwort. Dieser Lapsus zeigt, warum Apples digitale Assistentin hinter Goolge und Amazon zurückfällt.

Von Matthias Olschewski («Business Insider Deutschland»)
2017-10-06

Es ist das meistgeklickte Video auf der Plattform YouTube: «Despacito». Wenn man Siri, die intelligente Assistentin von Apple, nach der Nationalhymne von Bulgarien fragt, lautet die Antwort seltsamerweise: «Despacito».

Das stimmt natürlich nicht, denn der Hit aus Puerto Rico stammt von Luis Fonsi und Daddy Yankee's. Die bulgarische Nationalhymne heisst «Mila Ridino». Doch warum weiss das Siri nicht? Der Fehler liegt hier nicht bei Apple selbst, sondern bei Bing. Die Microsoft-Suchmaschine wurde bis vergangene Woche von Apple verwendet, so auch von Siri. Die bezogene Information wurde also von Bing falsch vorgegeben. Ein Grund mehr für Apple, nun Google als Standardsuchmaschine hinter Siri zu verwenden.

Siri lernt nicht selbst

Die smarte Assistentin ist nämlich auf den Input der Suchmaschinen angewiesen, da sie keine selbstlernende Künstliche Intelligenz ist, sondern nur ein Schaltzentrum für Informationen. Die Konkurrenz von Amazon ist da bereits einen Schritt weiter. Alexa lernt täglich neue Dinge dazu und entwickelt sich somit stetig weiter, ganz im Gegensatz zu Siri, die auf dem gleichen Stand verharrt und eine programmierte Intelligenz vorgegeben bekommt.

Auch Googles Assistant ist hier ebenfalls besser aufgestellt und passt sich den Suchanfragen der Nutzer an. Das verwundert nicht, kann Google doch aus einem riesigen Datenpool an Anfragen schöpfen und anhand bisheriger Anfragen exakt wissen, in welche Richtung eine Frage gehen wird.

Google und Amazon liegen vorn

Apple sollte dieses Grundproblem bald beheben, denn sonst verpasst das Unternehmen den Anschluss zur Konkurrenz, die bereits jetzt einen grossen Vorsprung hat. Google rüstet sich mit Assistant derzeit für die neue Gerätewelle, um Amazon und den Fire-Geräten mit Alexa-Anbindung entgegentreten zu können. Setzt Apple jetzt nicht ebenfalls auf ein selbstlernendes System, könnte das iPhone irgendwann an Zustimmung verlieren.

Da smarte Assistenten immer beliebter werden, wäre es also klug, Siri den Weg zu guten Antworten zu ebnen. Zumindest die Anbindung an die Google-Suchmaschine ist ein erster Schritt, aber dadurch ist auch eine Abhängigkeit entstanden. Einen Rückstand wird Apple aus eigener Kraft nicht schnell wieder aufholen können, sollte es in einigen Punkten Schwierigkeiten mit Google geben oder es zu einem Kooperationsbruch kommen.

Dieser Text ist zuerst im «Business Insider Deutschland» erschienen unter dem Titel «Siri kann diese simple Anfrage nicht beantworten — das zeigt das grösste Problem von Apple».

 

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