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Technik
Faraday Future: Wirklich schneller als ein Tesla?

Mehr Tempo als Tesla und Ferrari: Das verspricht der chinesische Autobauer Faraday Future für sein Elektroauto «FF91». Als er an der CES in Las Vegas den Beweis antreten will, gibt es aber eine Panne.

Gleich zum Start sorgte die CES in Las Vegas für Schlagzeilen weit über die Grenzen des Wüstenortes hinaus. Schon vor der offiziellen Eröffnung am Donnerstag stellte der bislang weitgehend unbekannte Autobauer Faraday Future einen Elektrowagen vor, der laut der Firma schneller ist als ein Ferrari - und der den Branchenliebling Tesla schon bald das Fürchten lehren soll.

Ein Video zeigte den staunenden Besuchern, wie der «FF91» den Tesla Model S auf der Teststrecke abhängt. Der Wagen beschleunigt von 0 auf 100 in 2,39 Sekunden und kann mit einer Ladung 608 Kilometer zurücklegen. Der «FF91» findet selbstständig eine Parklücke und passt die Einstellungen automatisch an den Fahrer an. Genau das klappte bei der Präsentation in Las Vegas dann aber nicht: Als Faraday-Gründer Jia Yueting den Selbstpark-Mechanismus auslösen möchte, rührt sich das Fahrzeug nicht vom Fleck. Auch sonst bleibt der Hersteller den Beweis schuldig, dass sein E-Auto Tesla und Ferarri real überrundet.

Hoffnung auf Investoren

Das Startup hofft, mit dem grossen Auftritt in Las Vegas neue Investoren anzuziehen. Hier präsentieren die Kreativen der Technologiebranche sonst vor allem kleinere Gadgets wie intelligente Kühlschränke oder Fernseher, die das Leben in den kommenden Jahren einfacher machen sollen. Man baue nicht einfach ein Auto, sagte entsprechend Faraday Future-Grossinvestor Jia Yueting, sondern ein «globales mobiles Ökosystem».

Die «Consumer Electronic Show» ist eine der weltweit grössten Fachmessen für Unterhaltungselektronik. Jedes Jahr zieht es mehr als 170'000 Besucher in die Wüstenstadt, um einen ersten Blick auf die Trends der nahen Zukunft zu werfen. Die Messe gilt als Indikator für die Entwicklung der Branche. Einlass erhalten allerdings nur geladene Gäste. 

Während 2016 noch Hoverboards, Scooter und Skateboards mit Elektroantrieb im Mittelpunkt standen, lässt sich ein eindeutiger Trend in diesem Jahr laut Branchenkennern noch nicht erkennen. Im Fernsehbereich wird es vor allem darum gehen, die Kunden von Ultra-HD-Geräten zu überzeugen. Auch selbstfahrende und vernetzte Autos werden in den kommenden Tagen laut Experten eine grössere Rolle spielen.

(tsch/me) 

 

 

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