1. Home
  2. Digital Switzerland
  3. Fernsehen der Zukunft an der CES

Innovation
Fernsehen der Zukunft an der CES

Neuentwicklungen sollen das Fernsehen der Zukunft bunter und schärfer machen. An der CES will sich Netflix als Vorreiter der HDR-Technik etablieren – Kunden brauchen dafür aber einen neuen Fernseher.

Veröffentlicht am 09.01.2015

Auf der Welle des wiedererwachten Interesses der Kunden an Fernsehgeräten macht die Elektronik-Branche Tempo bei Innovationen für bessere Bilder. Auf der CES in Las Vegas rückten zwei Methoden in den Vordergrund: Die von Fotos bekannte HDR-Technik, die für mehr Kontrast sorgt, sowie die Nano-Technologie «Quantum Dot» für eine präzisere Farbdarstellung.

Konsumenten werden davon allerdings erst mit dem Kauf neuer Gerätegenerationen profitieren können. HDR (High Dynamic Range, Hochkontrastbild) sorgt unter anderem dafür, dass sehr helle Farben wie bei Feuer oder Feuerwerk originalgetreu statt ausgewaschen dargestellt werden.

Netflix als Vorreiter

Der Video-Streamingdienst Netflix will sich damit im Wettbewerb mit Fernsehsendern durch eine besseren Qualität seiner Eigenproduktionen abheben. In einem weiteren Schritt soll die darstellbare Farbpalette erweitert werden, sagte Netflix-Produktchef Neil Hunt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) auf der Technik-Messe CES in Las Vegas.

Netflix sieht sich bei der Einführung solcher Neuerungen in einer besseren Position als Fernsehsender, die riesige Produktionsketten umstellen müssten. Es werde einige Jahre dauern, bis HDR und die erweiterte Farbpalette einen breiten Markt erreichen, räumte Hunt ein.

Neue Probleme beim Schneiden

Der Datendurchsatz sei bei HDR-Videos um etwa 20 Prozent höher. Bei der Übertragung von Ultra-HD-Videos brauche Netflix damit also etwa 18 statt aktuell 15 Megabit pro Sekunde. Für das aktuell gängige Full-HD-Bild seien es etwa 8 MBit/Sekunde in HDR-Qualität.

Bei ersten Experimenten mit der Technik sei aufgefallen, dass man bei Dreharbeiten stärker aufpassen müsse, sagte der Netflix-Manager. So sei damit zum Beispiel bei Innenaufnahmen auch die Veränderung von Lichtverhältnissen in einem Fenster im Hintergrund sichtbar. Damit hätten Filmemacher weniger Freiheit, wenn sie die Szenen beim Schneiden zusammenbauen.

Mehr Farbabstufungen

Die «Quantum Dot»-Technik hilft, viel mehr Farbabstufungen darzustellen. Dafür kommt auf die Displays eine zusätzliche Folie mit Nanopartikeln, die das Licht brechen. In Las Vegas zeigen unter anderem Sharp, Sony und Samsung die Technologie. Zumindest bei Vergleichs-Installationen auf den Messeständen ist eine deutliche Verbesserung zu erkennen.

Da es mehrere technische Lösungen zur Umsetzung der Verbesserungen gibt, hatte die Branche zur CES eine neue Allianz für das Ultra-HD-Fernsehen mit besonders scharfen Bildern gegründet. Dazu gehören neben Herstellern wie Samsung und LG und Studios wie 20th Century Fox und Warner Bros. auch Streamingdienste wie Netflix.

Der Ultra-HD-Standard mit seiner hohen Bildauflösung ist zwar bereits lange definiert - aber die Innovationen zur bessern Bildqualität nicht. Netflix hoffe, dass die Zahl der Lösungen wenigstens auf zwei reduziert werde, mehr wolle man nicht unterstützen, sagte Hunt.

(sda/gku)

Anzeige