Anfangs waren sie nur ein Nebenprodukt der Computerentwicklung. Videospiele waren simpel – wie beispielsweise der Klassiker «Drei gewinnt». Das jedoch ist ferne Vergangenheit. Schon lange ist die Branche den Kinderschuhen entwachsen – und ist heute ein bedeutender Wirtschaftszweig: Im vergangenen Jahr generierte die Videogame-industrie Einnahmen von 92.4 Milliarden Dollar weltweit.

Die Entwicklungskosten übersteigen selbst die grosser Hollywood-Blockbuster, wie das in der vergangenen Woche veröffentlichte Videospiel «Destiny» zeigt. Das bislang teuerste Game aller Zeiten kostete rund 500 Millionen Dollar – rund 200 Millionen Dollar davon war für Marketing budgetiert. Zum Vergleich: Die kostenaufwendigste Filmproduktion Hollywoods war offenbar «Pirates of the Caribbean – am Ende der Welt» aus dem Jahr 2007. Der Streifen mit Johnny Depp in der Hauptrolle verschlang allerdings gerade mal gut 340 Millionen Dollar.

Einnahmen übersteigen Rekordkosten

Dabei scheint die Game-Branche in den vergangenen Jahren ihr Wachstumstempo deutlich erhöht haben. Die Entwicklungskosten stiegen zuletzt rapide an und beliefen sich etwa für das vor knapp einem Jahr vorgestellte «GTA 5» schon auf 265 Millionen Dollar. Die Einnahmen überstiegen bereits nach drei Tagen die Milliardenmarke. Das nun vorgestellte Spiel «Destiny» brachte am ersten Verkaufstag nach Herstellerangaben gleich 500 Millionen Dollar ein.

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Am meisten Umsatz generierte bislang das Online-Rollenspiel «World of Warcraft». Mit nur zehn Millionen verkauften Kopien kam das Spiel aus dem Jahr 2004 auf insgesamt zehn Milliarden Dollar. Dies war nur durch die monatlichen Geldflüsse aus Abonnementen und der ständigen Weiterentwicklung möglich.

Games für Smartphones boomen

Gartner, ein auf IT-Marktforschung spezialisiertes Unternehmen, geht davon aus, dass die weltweiten Einnahmen aus Videospielen in diesem Jahr noch die Marke von 100 Milliarden Dollar überschreiten. Im Vergleich mit den Zahlen aus dem Jahr 2012 ist es ein Zuwachs von 21 Milliarden Dollar. Das Wachstum wird von den Games für Smartphones getrieben. In dem Bereich haben sich die Einnahmen in zwei Jahren von 9,3 auf 17,1 Milliarden Dollar fast verdoppelt. Auch dafür wird in der Branche erheblicher Aufwand betrieben.

In Europa ist die Spieleindustrie in den nordischen Ländern Europas am weitesten fortgeschritten. Ungefähr 700 Spieleentwickler aus Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark und Island generierten 2013 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. In der Schweiz ist die Spielentwicklerszene noch klein, befindet sich aber im Wachstum.