Die vom Internetriesen Google entwickelte Computerbrille sorgt bei Datenschützern weltweit für Bedenken. In einem gemeinsamen Brief an Google-Chef Larry Page bitten Dutzende Datenschutzbeauftragte aus der ganzen Welt um genauere Informationen zum Projekt Google Glass - darunter auch der oberste Datenschützer der Schweiz, Hanspeter Thür.

Wie Eliane Schmid, Sprecherin des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB), auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte, wird der Brief am Mittwoch auf der EDÖB-Seite aufgeschaltet werden. Darin wollen Thür und andere Datenschützer wissen, welche Informationen Google über die Nutzer seiner Internetbrille sammelt, was der Konzern damit tun und welche Daten er an Dritte weitergeben will.

Die Computerbrille Google Glass befindet sich derzeit in der Testphase und könnte im nächsten Jahr auf den Markt kommen. Der US-Konzern hatte die mit kleinen Kameras, Lautsprechern und Displays ausgestattete Brille vor gut einem Jahr erstmals vorgestellt. Der Display befindet sich in einem Winkel der Brillengläser, gesteuert wird die Brille mit Sprachbefehlen.

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Viele Bedenken

Die Datenschützer bitten Google darum, schon bei der Entwicklung ausreichenden Datenschutz in das neue System einzubauen. Auch soll der Konzern erklären, wie Google damit umgeht, dass die Nutzer von Google Glass künftig problemlos unbemerkt Daten über andere sammeln könnten.

Bedenken über Google Glass hatte auch schon eine Gruppe von US-Kongressabgeordneten geäussert. Sie verlangte von Google im Mai ebenfalls Antworten darauf, was die internetfähige Hightechbrille für den Datenschutz und die Privatsphäre der Bürger bedeute.

Das aktuelle Schreiben an Google unterzeichneten neben Thür die Datenschutzbeauftragten der EU-Staaten, Australiens, Neuseelands, Kanadas, Mexikos und Israels.

Google stand in den USA und in Europa in der Vergangenheit immer wieder wegen Verstössen gegen den Datenschutz in der Kritik. Unter anderem musste der Technologiekonzern Bussgelder zahlen, weil er bei den Aufnahmefahrten für seinen Strassenfotodienst Street View den Datenverkehr ungeschützter drahtloser Netzwerke mitgeschnitten hatte.

(tno/sda)