Ein Blogeintrag von Googles Chefingenieur Vikaram Gupta lässt aufhorchen. Über 524 Millionen sogenannte «bad ads» habe man 2014 vom Netz genommen, schreibt der Entwickler. Dazu seien 214'000 Werbekunden gesperrt worden.

Googles Kampf gegen missbräuchliche Werbepraktiken hat damit einen neuen Höhepunkt erreicht. Noch 2012 hatte der Konzern «nur» 224 Millionen Werbungen abschalten müssen. 2013 waren es dann bereits 350 Millionen und im letzten Jahr noch einmal rund ein Drittel mehr.

«Ökosystem sauber halten»

«Wir arbeiten hart, um unser Werbe-Ökosystem sauber zu halten», versichert Vikaram Gupta. «Missbräuchliche Werbung macht aber weiterhin nur einen kleinen Bruchteil des gesamten Werbevolumens auf unseren Plattformen aus.»

Der Kampf gegen missbräuchliche Werbung gleiche einem Wettrüsten, so Gupta. Immer ausgeklügeltere Betrügereien würden eine ständige Anpassung der Methoden und Technologien von Google nötig machen.

Unerbittlich gegen Fälscherware

In seinem Eintrag nennt Gupta auch spezifische Probleme, die im Jahr 2014 besonders im Fokus standen. So habe das «unerbittliche Durchgreifen» gegen gefälschte Ware gute Resultate gezeigt. 2014 habe man nur noch 7000 Werber deswegen sperren müssen, nach 14'000 im Jahr 2013 und 82'000 im Jahr 2012.

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Im Kampf gegen Seiten, die Schadsoftware auf Computer laden, wurden 250'000 Websites aus der Suche genommen. Jede Werbung, die auf eine solche Seite verweise werde abgeschaltet, so Gupta.

Dschungel an falschen Diäten

Bekämpft wurden 2014 auch betrügerische Diätprodukte. Zusammen mit AOL, Yahoo und anderen Firmen habe man 2,5 Millionen Werbungen für dubiose Methoden zur Gewichtsreduktion zurückgewiesen oder abgeschaltet.

Der Kampf gegen illegale oder missbräuchliche Werbung sei für Google ein überlebenswichtiges Langzeitprojekt, schreibt der britische «Guardian». 2011 hatte der Konzern wegen Werbebannern für verschreibungspflichtige Medikamente 500 Millionen Dollar bezahlen müssen.