Uber ist derzeit in vielen Metropolen Stadtgespräch. Das Startup setzt mit seiner Taxi-App die etablierte Konkurrenz unter Druck. Taxifahrer protestierten darum von Washington über Paris bis Berlin gegen den Anbieter, der Smartphone-Buchung und kleinere Preise bieten will. Die breite Gegenwehr zeigt die Angst der Branche. Zumal die Politik Schützenhilfe für das Start-up leistet: In Deutschland etwa begrüsste die Monopolkommission am Mittwoch, dass durch Uber mehr Wettbewerb entstünde.

Die weltweite Aufmerksamkeit für Uber lenkt den Blick auch auf einen prominenten Geldgeber: Google leistete bei Uber Starthilfe. Der Interneriese ist seit 2009 mit seiner Tochter Ventures als Risiko-Finanzierer aktiv – und er baut seine Aktivitäten aus. Google überwies 2013 rund 253 Millionen Dollar an Uber, das die grösste Summe, die Google bisher einem Start-up zuschoss. Insgesamt ist der Suchmaschinenkonzern mittlerweile an 250 Start-ups beteiligt. Eines seiner grössten Projekte – Rauchmelder-Hersteller Nest – schluckte Google Anfang 2014 für 3,2 Milliarden Dollar.

Überall in Europa Start-up-Cluster

Jetzt will Google Ventures seine Aktiväten aus dem Silicon Valley nach Europa ausweiten. Dafür wurde ein neuer Fonds mit 100 Millionen Dollar gebildet. Google zeigt sich überzeugt vom grossen Potenzial von Start-ups in Europa. «In jeder europäischen Stadt, in die ich reise, sehe ich Startup-Cluster», sagte David Drummond, Vice-Chef der Unternehmensentwicklung bei Google, gegenüber der «Financial Times». Es sei offensichtlich, dass in diesen «Tech-Ökosystemen» grossartige Firmen heranwachsen werden.

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Start-up-Finanzierer investieren typischerweise früh im Austausch gegen eine Beteiligung und hoffen auf Gewinn bei einem Verkauf oder Börsengang des Unternehmens. Google geht dabei in Europa allerdings zaghafter vor als andere Marktteilnehmer. So legte der Risikoinvestor Index Ventures, beteiligt unter anderem an der Berliner Musikfirma Soundcloud und dem französischen Mitfahrdienst Bla Bla Car, jüngst einen neuen Finanzierungstopf von 400 Millionen Euro auf.

(Mit Material von awp)