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Google profitiert von zwielichtigen Geschäften

Google macht Geld mit unerlaubten Geschäften. (Bild: Keystone)

Der Internetriese verdient Geld mit Anzeigen, die für illegale Machenschaften werben.

Von Laura Frommberg
am 11.01.2012

Illegale Ticketverkäufe, falsche Pässe, Cannabis – klingt ziemlich kriminell. Umso erstaunlicher, dass der Internetriese Google mittlerweile zugegeben hat, von Anzeigen genau dafür zu profitieren. Sie befanden sich unter den automatisierten Anzeigen, die an prominenter Stelle bei den Suchergebnissen der Google-Suche auftauchen.

Aufgedeckt hat das der britische Sender BBC. Er wurde von einer Person kontaktiert, die über eine dieser Anzeigen Tickets für die Olympischen Spiele 2012 in London gekauft hatte. Die Frau hatte nach Wochen immer noch keine Tickets in den Händen und fragte in der Folge bei Google nach. Die Antwort: Man sei nicht verantwortlich für die Inhalte der Seiten, die über den Dienst AdWords angezeigt würden.

Zwielichtige Seiten entfernt

Inzwischen hat der Konzern die zwielichtigen Anzeigen von seiner Seite entfernt – wie auch schon länger versprochen.  Dies sei «in Absprache mit der britischen Polizei» geschehen, so ein Google-Sprecher gegenüber Handelszeitung Online. Eigentlich hatte Google angekündigt, derartige Anzeigen innerhalb von 24 Stunden zu entfernen. Nach einem ähnlichen Fall im Sommer in den USA hatte Google auf insgesamt 500 Millionen Dollar an Einnahmen verzichtet, da man in den USA für kanadische Apotheken geworben hatte, was gegen das Gesetz verstiess.

 Möglich sind die Anzeigen, weil das Programm zu einem grossen Teil automatisch läuft. «Unser Ziel ist es, Unternehmen eine einfache und effiziente Möglichkeit zu geben, Produkte und Dienstleistungen anzubieten und zu verkaufen, zudem wolle man diese Unternehmen undGoogle-Nutzer vor illegalen Aktivitäten schützen, so der Google-Sprecher. Man investiere laufend in Möglichkeiten, die Systeme zu verbessern.

Google erhält von den prominent gezeigten Unternehmen aber eine ganze Stange Geld: Bis zu 28 Pfund (41 Franken) in einigen Fällen. Und das will Google auch behalten. Wie der Konzern der BBC berichtet, will das Unternehmen das Geld, was durch die Anzeigen vor der Entfernung eingenommen wurde, auch behalten. 

Artikel auf BBC Online

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