Anziehende Anzeigenverkäufe haben Google im ersten Quartal einen Gewinn- und Umsatzanstieg beschert. Der Überschuss erhöhte sich auf 3,59 Milliarden Dollar von 3,45 Milliarden Dollar im Vorjahr, wie der US-Internetkonzern am Donnerstag nach Börsenschluss mitteilte. Trotz des Dollar-Anstiegs legten die Erlöse um zwölf Prozent auf 17,26 Milliarden Dollar zu.

Damit wurden die Erwartungen von Experten allerdings leicht verfehlt, die im Durchschnitt mit 17,50 Milliarden Dollar gerechnet hatten. «Ohne negative Wechselkurseffekte kletterte der Umsatz um gesunde 17 Prozent im Jahresvergleich», sagte Finanzchef Patrick Pichette. Die Google-Aktie verteuerte sich nachbörslich dennoch um fast vier Prozent.

Preis für Werbung bei Google sinkt

Die Zahl der Klicks auf Online-Anzeigen sprang in den vergangenen drei Monaten um 13 Prozent. Der «cost per click» genannte Durchschnittspreis für die Werbung sank jedoch um sieben Prozent. Hier leidet Google unter dem Trend, dass immer mehr Nutzer über Geräte wie Smartphones oder Tablets auf seine Dienste zugreifen, denn dort sind die Gewinnspannen geringer. Insgesamt kletterte der Umsatz im Anzeigengeschäft um elf Prozent auf 15,51 Milliarden Dollar. Google kämpft mit Rivalen wie Facebook oder Yahoo um Erlöse durch Online-Werbung.

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Ab 26. Mai tritt bei dem Internetkonzern eine neue Finanzchefin an. Die Investmentbankerin Ruth Porat kommt von Morgan Stanley. Die 57-Jährige ersetzt Pichette. Google ist schon lange viel mehr als nur eine Suchmaschine. So gehören das Video-Portal YouTube sowie Email- und Kartendienste zum Konzern und das Betriebssystem Android läuft auf zahllosen Smartphones.

Google in Europa unter Beschuss

Die Zukunft des Konkurrenten Yahoo wird dagegen immer ungewisser. Nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang im ersten Quartal sucht der US-Konzern sein Heil nun wohl erneut im Verkauf von Beteiligungen.

In Europa steht Google unter Beschuss: Die EU-Kommission wirft dem Konzern den Missbrauch seiner Marktmacht vor und droht dem US-Internetgiganten mit einer Milliardenstrafe. Die Brüsseler Kartellwächter hatten am Mittwoch ihre Beschwerdepunkte an den Konzern geschickt und damit eine neue Stufe in dem seit fünf Jahren laufenden Verfahren gezündet. Google wies die Vorwürfe zurück

(reuters/moh/gku)