Der Computer-Gigant IBM hat die Erwartungen im vergangenen Quartal übertreffen und seinen Umsatzschwund bremsen können. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sanken die Erlöse nur noch um 0,3 Prozent auf 19,2 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Der Zeitraum von Juli bis September war das 18. Quartal in Folge mit einem Umsatzrückgang. Im Vorquartal hatte dieser noch bei drei Prozent gelegen. Der Überschuss sank zuletzt um 4,4 Prozent auf 2,85 Milliarden Dollar. Vor Sonderposten verdiente IBM aber mehr Geld als erwartet. An der Ergebnisprognose für das Gesamtjahr hielt das Management fest.

Aktie gibt nach

Die Quartalsergebnisse fielen insgesamt besser aus, als von Analysten prognostiziert. Anleger reagierten dennoch enttäuscht - die Aktie gab nachbörslich zeitweise um knapp drei Prozent nach.

In der Branche verliert das angestammte Hardware-Geschäft zunehmend an Bedeutung. IBM-Chefin Ginni Rometty reagierte mit einem Strategiewechsel auf die Veränderung. Auch die Rivalen Oracle und Microsoft machen hier Druck. Bei Softwareanbietern wie SAP schiebt das Cloud-Geschäft, bei dem Speicherplatz im Internet zur Verfügung gestellt wird, ebenfalls das Wachstum an.

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Speicherplatz im Internet

Bei IBM scheint dieser Konzernumbau zu greifen. Der Ausbau des Cloud-Geschäfts zahlt sich für den weltweit grössten IT-Dienstleister zunehmend aus. Vor allem beim Geschäft mit Speicherplatz im Internet verzeichnete IBM Zuwachs. Im dritten Quartal lag die Umsatzsteigerung hier bei 44 Prozent, wie der Konzern am Montag mitteilte. In den vorangegangenen drei Monaten betrug das Plus 30 Prozent.

Die Erlöse der Sparten Cloud- und Analysedienste sowie künstliche Intelligenz seien um 16 Prozent auf 8,0 Milliarden Dollar gewachsen und machten inzwischen 40 Prozent am Konzernumsatz aus, teilte IBM mit.

Wachstum durch Zukäufe

Rometty zeigte sich mit Blick auf das zweistellige Wachstum in den zukunftsweisenden Geschäftsfeldern zufrieden mit den Quartalszahlen. IBM biete mit seinen Cloud-Diensten und dem Supercomputer Watson Innovationen für Kunden aus allen Bereichen.

Das Unternehmen setzt zudem stark auf Wachstum durch Zukäufe. Diese und die Ausgaben für den Umbau drücken auf die Gewinne. Die Bruttomarge fiel im dritten Quartal um 2,1 Prozentpunkte auf 48 Prozent. Der Konzern gab in dem Zeitraum mit 5,45 Milliarden Dollar weitaus mehr für Übernahmen aus als noch ein Jahr zuvor mit 821 Millionen Dollar.

(sda/gku)