Bei Internetnutzern in Deutschland wird einer Studie zufolge das sogenannte Streaming immer beliebter. Dabei kann man Musik und Videos direkt aus dem Netz abspielen, ohne komplette Dateien herunterladen zu müssen. «Das ist der Trend schlechthin», sagte Experte Timm Hoffmann vom IT-Verband Bitkom am Mittwoch bei der Vorlage einer gemeinsamen Studie mit der Beratungsfirma Deloitte anlässlich der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin.

Demnach schauen derzeit drei von vier Internetnutzern Videostreams - etwa Filme bei Youtube oder gesendete Beiträge aus Online-Mediatheken von Fernsehsendern. «Da sieht man, wo in den nächsten Jahren die Reise hingeht.» Da es immer mehr internetfähige Geräte wie Tablet-Computer und Smartphones gebe, verändere dies den Medienkonsum.

Persönliche Sammlungen könnten verschwinden

«Streaming wird den gesamten Medienmarkt revolutionieren», sagte Deloitte-Fachmann Klaus Böhm. «Dabei spielt die persönliche Musik- oder DVD-Sammlung für viele Konsumenten eine immer geringere Rolle, der Besitz von Inhalten nimmt mehr und mehr ab.» Nach Deloitte-Schätzungen dürften sich die Umsätze mit Video-Abrufinhalten («video on demand») bis 2020 auf 385 Millionen Euro annähernd vervierfachen, zunächst sei aber ein Preiskampf am Markt zu erwarten.

Die Musikindustrie werde bis dahin voraussichtlich jeden zweiten Euro über Streaming-Angebote erwirtschaften, denn auch hier habe das Online-Abspielen den Massenmarkt erobert. Laut der Studie hört jeder dritte Internetnutzer ab 14 Jahren Musik über die Wiedergabe im Internet. «Downloaden ist für uns ein auslaufendes Modell», betonte Böhm.

(reuters/gku/dbe)