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Trügerisch
Klage gegen Apple: iOS 8 frisst zu viel Platz

Entwickler Craig Federighi an der Keynote: iOS 8 und iCloud in der Kritik.  Keystone

Nutzer in den USA verklagen Apple, weil iOS 8 zuviel Speicherplatz frisst. Sie vermuten einen Trick, um mehr Leute in die Apple-Cloud zu zwingen – und fordern Schadenersatz in Millionenhöhe.

Von Gabriel Knupfer
am 05.01.2015

Das neue Betriebssystem iOS 8 hat Apple bisher wenig Glück gebracht. Die erste Version musste im September zurückgezogen werden, weil plötzlich viele iPhone-6-Nutzer nicht mehr telefonieren konnten. Und auch die ausgebesserte Version sorgt für rote Köpfe. Sie braucht nämlich viel mehr Speicherplatz als des Vorgängersystem.

In Kalifornien haben nun zwei Amerikaner den Computerriesen verklagt. Sie sagen, dass iOS 8 bis zu 23 Prozent der gesamten Speicherkapazität von gewissen Apple-Produkten brauche. Gemeint ist dabei das iPod touch mit 16 Gigabyte (GB) Speicher. Doch auch beim iPhone 6 nimmt das Update des Betriebssystems rund 3 GB oder 18,8 Prozent der gesamten Kapazität der kleinsten Version in Beschlag.

Upgrade frisst 1,3 Gigabyte

Doch nicht nur die absolute Grössevon iOS 8 sei ein Problem, finden die Kläger Paul Orshan und Christopher Endara. Durch das Upgrade von iOS 7 zu iOS 8 seien den Nutzern bis zu 1,3 GB verloren gegangen. Viele mussten deshalb persönliche Daten wie Bilder, Musik und Filme von ihren Geräten löschen, um iOS 8 zu installieren.

Die Verknappung des Speichers sei eine gezielte Taktik von Apple, sagt Anwalt William Anderson laut dem deutschen Technikportal Giga. Kunden sollen in «Momenten der Verzweiflung» zum Kauf von mehr Speicher in der iCloud gedrängt werden. Für die Opfer der Speicherverknappung fordern die Kläger deshalb Schadensersatz in Millionenhöhe.

Bewusste Täuschung von Apple?

Apple täusche die Kunden bewusst über die tatsächliche Speicherkapazität ihrer vorgeblichen 16 GB-Geräte, beschweren sich die Kläger. Der für die Nutzer verfügbare Speicherplatz beträgt nach dem Update zwischen 12,3 und 13,1 GB. Eine solche Mini-Festplatte ist rasch voll, wenn grössere Dateien wie Fotos oder gar Filme darauf aufbewart werden sollen.

Apple selbst hat sich zur Klage bisher nicht geäussert. Für das verkorkste Update im September hat sich der Smartphone-Hersteller zwar entschuldigt. Betroffen gewesen seien indes «nur» 40'000 Nutzer, so der Konzern aus Cupertino.

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