Die drei Telekomanbieter Swisscom, Sunrise und Orange lancieren die Kreditkarte auf dem Smartphone. Mit der App «Tapit» ausgerüstet, sollen Kunden ihr Mobiltelefon auf ein Terminal halten, um beim Einkaufen Betrage abbuchen zu lassen. Nutzer des iPhones von Apple müssen sich aber noch gedulden.

Um Tapit zu nutzen, brauchen die Kunden ein mit NFC (Near Field Communication) ausgestattetes Gerät: Ein solches Mobiltelefon unterhält eine schwache Funkverbindung, mit der Daten auf etwa ein Terminal übertragen werden kann.

Tapit für das iPhone in der Entwicklung

Moderne Smartphones mit dem Betriebssystem Android haben diese Technologie, allerdings nicht Apples Marktrenner iPhone. IT-Spezialisten spekulieren darüber, ob die nächste iPhone-Generation NFC-fähig sein wird. Tapit für iPhone ist nach Angaben der Schweizer Telekomanbeiter in der Entwicklung.

Den Vorstoss der Telekomanbieter zu diesem Zeitpunkt lobte Jürgen Rogg von der Boston Consulting Group. Das digitale Zahlen sei sehr wichtig, um den Schweizer Mobilfunkmarkt voranzubringen, so Rogg gegenüber der awp (siehe Video). Dabei sei es entscheidend, den Markteintritt noch vor den grossen Playern zu schaffen. Rogg sagte: «Hier ist es gelungen, Google zu schlagen.»

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Swisscom stellt Tapit den Kunden ab diesem Monat zur Verfügung, Sunrise und Orange folgen in den nächsten Monaten. Als Finanzdienstleister im Hintergrund fungiert die Tessiner Cornèr Bank. Die App lässt sich kostenlos aufs das Mobiltelefon herunterladen. Damit die Kunden das Smartphone als Kreditkarte nutzen können, müssen die Telekomanbieter ihre Kunden mit einer NCF-SIM-Karte ausrüsten, wie die Cornèr Bank am Dienstag mitteilte.

Bargeldloses Zahlen für die breite Öffentlichkeit

Tapit ist ursprünglich eine Swisscom-Entwicklung und existiert bereits für Nutzer einer Karte der Cornèr Bank. Swisscom, Sunrise und Orange wollen das bargeldlose Bezahlen über Mobiltelefone nun in der breiten Öffentlichkeit etablieren.

Bereits verfügen auch einige Detailhändler über ähnliche Systeme für ihre Kunden. Auch Zugangsberechtigungen für Gebäude und Anlagen können über ein Smartphone laufen.

Die Anbieter bezeichnen das System als sicher. Die Identifikation des Kunden bei Tapit laufe über die SIM-Karte, während die Verbindung zum Terminal abhörsicher sei. Wollen die Nutzer mehr ihrer Smartphone-Kreditkarte Beträge über 40 Franken begleichen, müssen sie einen Sicherheitscode anwenden.

(sda/me/vst)