Nokia hat sein neues Smartphone Lumia 1020 vorgestellt. Firmenchef Stephen Elop kündigte in New York «das nächste Kapitel in der Smartphone-Fotografie» an. Das 1020 wird es in Gelb, Schwarz und Weiss geben. Es verfügt mit einer 41-Megapixel-Kamera laut dem Nokia-Chef über den grössten Fotosensor in einem Konsumenten-Produkt.

Das Lumia 1020 arbeitet mit einer sogenannten «Oversampling»-Technologie, die schärfere und detailgenauere Bilder möglich macht, in dem es mehrere Pixel zu «Superpixeln» zusammfasst. Ausserdem verfügt es über einen Bildstabilisator – auch im Videomodus. Das Objektiv besteht aus sechs Linsen.

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Die Kamera speichert mehr als nur den ausgewählten Bildausschnitt. Zoomen wird so im Nachhinein möglich. Nokias spricht von «Shoot first, zoom later». Als Zubehör lieferen die Finnen einen Kameragriff, der zusätzliche Akku-Leistung, einen Stativanschluss und einen speziellen Auslöseknopf mitbringt. Der Griff wird 79 Dollar kosten.

Das Lumia 1020 kommt am 26. Juli in den USA auf den Markt, für 300 Dollar mit einem AT&T-Vertrag. In Europa und China soll es in diesem Quartal in den Handel gehen.
 

Hintergrund:

Es waren ernüchternde Zahlen im April dieses Jahres: Der angeschlagene finnische Handyhersteller Nokia blieb im ersten Quartal trotz der Hoffnungsträger aus der Lumia-Smartphone-Reihe hinter den Erwartungen zurück. Der Umsatz des ehemaligen Handy-Weltmarktführers sank um 20 Prozent auf 5,85 Milliarden Euro. Der Handyabsatz lag mit knapp 62 Millionen ebenfalls deutlich unter den Prognosen der Experten.

Nokia hatte erstmals im Herbst 2012 die Lumia-Smartphones vorgestellt, die als Betriebssystem nicht mehr wie bisherige Nokia-Phones das Betriebssystem Symbian verwendeten, sondern Microsofts Windows 8. Im ersten Quartal 2013 ging es mit den Lumias voran - aber weiterhin nur langsam. Der Absatz, allen voran mit den Modellen 820 und 920, erhöhte sich zum Vorquartal zwar um über ein Viertel auf 5,6 Millionen Geräte. Der Durchschnittspreis der Telefone sank allerdings weiter. 

Das neue Lumia 1020 ist nicht Nokias erstes Handy mit einer solch riesigen Megapixelzahl. Im Frühling 2012 präsentierten die Finnen bereits das Nokia 808 mit ebenfalls 41 Megapixeln - damals allerdings noch auf Basis des Symbian-Betriebssystems. «20min.ch» hinterfragte damals den Sinn von 41 Megapixeln in einer Handykamera und erklärte Nokias Pure-View-Technologie, mit der auch das Lumia 1020 funktioniert.

«Der neu entwickelte Bildsensor von Carl Zeiss liefert zwar 41 Megapixel, die gigantische Auflösung dient aber nicht primär zum Knipsen übergrosser Fotos», erklärte Autor Oliver Wietlisbach nach einem Test. «Die 41 Megapixel werden genutzt, um aus einer grossen Aufnahme automatisch ein kleineres, aber besseres Bild zu erstellen.» Die kleineren Fotos würden quasi verdichtet und sind somit deutlich schärfer als herkömmliche Handy-Fotos.