Sein Unternehmen hat den grössten Börsengang der Geschichte hingelegt – selbst die grossen US-Schwergewichte Facebook, Visa oder General Motors stellte Alibaba am Freitag in den Schatten. Damit ist für Jack Ma, den Gründer des chinesischen Internethändlers, offenbar der Zeitpunkt gekommen, mit seinen Kritikern abzurechnen.

Alibaba verdanke seinen Erfolg keineswegs der heimlichen Hilfe der chinesischen Regierung, sagte der 50-jährige Ma am Dienstag auf einer Konferenz der Stiftung «Clinton Global Initiative» in New York. «Wenn wir erfolgreich sein können, können 80 Prozent der jungen Leute in China es auch sein». Wenn er kein Optimist wäre, hätte er nicht 15 Jahre im Internet-Geschäft überleben können, so Ma.

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«Die Regierung liebt uns, weil wir Jobs schaffen»

Analysten kritisieren immer wieder, dass Alibaba zu eng mit dem chinesischen Machtapparat verbandelt sei und eine intransparente Konzernstruktur habe. Er habe viele Freunde, die für die Regierung arbeiteten, doch Geschäfte mache er nicht mit dem Staat, sagte Ma schon im Jahr 2006. «Die Regierung liebt uns, weil wir Arbeitsplätze schaffen und Menschen helfen, Geld zu verdienen.»

Aktionäre liessen sich beim Mega-Aktiendebüt an der New Yorker Börse am vergangenen Freitag aber ohnehin nicht von diesen Einwänden abschrecken. Alibaba konnte sich über riesige Nachfrage freuen und insgesamt 25 Milliarden Dollar bei Investoren einsammeln – mehr als jemals ein Unternehmen zuvor. Bis zum Abend legten die Aktien am Eröffnungstag um rund 36 Prozent zu. 

(moh, mit Material von awp)