Facebook kauft in der grössten Übernahme seiner Geschichte für rund 16 Milliarden Dollar den Nachrichten-Dienst Whatsapp. Beide Seiten hätten sich auf eine Übernahme verständigt, teilten sie nach Börsenschluss mit. Der Kauf solle mit vier Milliarden Dollar in bar und Facebook-Aktien im Wert von zwölf Milliarden Dollar bezahlt werden.

WhatsApp ist eine Textnachrichten-Anwendung für mobile Geräte wie Smartphones und Tablets und gehört zu den beliebtesten Apps der Welt. Der über das Internet abgewickelte Text-Versand via Whatsapp kostet deutlich weniger als die traditionellen SMS-Textnachrichten von Mobilfunkanbietern.

Unabhängigkeit von Whatsapp soll bewahrt bleiben

Der Nachrichten-Dienst Whatsapp läuft nur auf Smartphones und übermittelt die Nachrichten über eine Internet-Verbindung. In den vergangen Jahren gab es immer wieder Spekulationen, Facebook oder Google könnten WhatsApp für eine Milliarden-Summe kaufen. Whatsapp-Chef Jan Koum betonte jeweils, die Firma wolle auf Jahrzehnte unabhängig bleiben.

Offenbar wird sich daran auch nach dem Deal mit Facebook nichts ändern. Auf dem Unternehmens-Blog teilt Koum mit, dass «Whatsapp autonom und unabhängig bleiben wird.» Für die Nutzer werde sich nichts ändern. So soll es auch weiterhin keine Werbung innerhalb des Dienstes geben, welche die Kommunikation stören könnten.

Täglich würden über 320 Millionen Menschen

Koum schreibt zudem, dass der Deal mit Facebook der Firma die Flexibilität geben würde, um zu wachsen und zu expandieren. Der Nachrichten-Dienst habe monatlich mehr als 450 Millionen aktive Nutzer. Täglich würden über 320 Millionen Menschen das App nutzen, so Koum.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg sagte laut «Business Insider»: «Whatsapp ist auf dem Weg, 1 Milliarde Menschen zu verbinden.» Ein solcher Service, der diese Marke erreiche, sei extrem wertvoll.

Ehemalige Yahoo-Mitarbeiter

Koum gründete WhatsApp zusammen mit Brian Acton vor rund 5 Jahren. Heute beschäftigt das Unterhemen rund 50 Mitarbeiter. Koum und Acton arbeiteten vorher beim Internetkonzern Yahoo als Ingenieure.

(mit Material von Reuters)

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