Facebook setzt auf Smartphone-Fotos: Erst fädelte das weltgrösste Online-Netzwerk die Übernahme der Bilder-Plattform Instagram ein, jetzt folgt die eigene App. Mit der «Facebook Camera» kann man wie bei Instagram Bilder mit Farbfiltern bearbeiten, aber zudem auch stapelweise bei Facebook hochladen.

Am Donnerstag brachte Facebook die App für Apples iPhone heraus. Im Schweizer App Store von Apple war das Programm zunächst nicht verfügbar.

Facebook hatte den Kauf von Instagram für rund 1 Milliarde Dollar Anfang April vereinbart. Der Deal wird laut Medienberichten noch von den amerikanischen Wettbewerbshütern geprüft. Eine Frage ist jetzt, wie sie den Kauf des wohl stärksten Konkurrenten vor dem Start des eigenen Angebots einschätzen.

Offene Flanke Mobile-Werbung

Instagram hatte zum Kauf zwar nur rund 30 Millionen Nutzer gegenüber Facebooks rund 900 Millionen - der Dienst hatte sich aber erfolgreich eine Nische bei Smartphone-Bildern gesichert. Facebook betont, Instagram soll unabhängig weiterentwickelt werden. Gründer Mark Zuckerberg hatte den Instagram-Deal praktisch im Alleingang innerhalb weniger Tage eingetütet.

Facebook hat eine offene Flanke im mobilen Geschäft. Wer von Smartphones und Tablets über ein App auf Facebook zugreift, bekommt bisher keine Werbung zu sehen - damit macht das Unternehmen dabei auch kaum Umsatz. Und nach jüngsten Angaben nutzten immerhin fast 500 Millionen Mitglieder die mobilen Apps.

Derzeit laden Facebook-Nutzer jeden Tag 300 Millionen Bilder bei dem Netzwerk hoch. Smartphone-Bilder dürften daran einen grossen Anteil haben. Die neue App ist vom Design ganz anders aufgebaut als Instagram. Ein Team von Facebook-Entwicklern soll laut Medienberichten mehrere Monate an dem Programm gearbeitet haben.

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(tno/awp)