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Neuer SIM-Standard: Apple setzt sich durch

Immer kleiner: Diese Devise gilt auch für SIM-Karten in Smartphones. (Bild: Keystone)

Mit grosser Verspätung ist eine Entscheidung zu den Nano-SIM-Karten gefallen: Apple setzte sich vor dem zuständigen europäischen Gremium gegen Nokia, Motorola und den Blackberry-Anbieter RIM durch.

Veröffentlicht am 01.06.2012

Der Weg für kleinere SIM-Karten in künftigen Mobiltelefonen ist nach einem monatelangen Streit zwischen zwei Industriegruppen frei. Das zuständige europäische Gremium ETSI einigte sich auf einen Standard für die um 40 Prozent verkleinerte Nano-SIM. Die neue Karte werde kompatibel zu bisherigen SIM-Versionen sein, teilte die ETSI mit.

Damit hat sich Apple mit seinem Vorschlag gegen einen Entwurf von Nokia, Motorola und des Blackberry-Anbieters RIM durchgesetzt. Sie setzten auf eine ganz neue Form, die an das Design einer MicroSD-Speicherkarte erinnert, während Apple im Prinzip die bisherige SIM-Form mit noch weniger Plastikrand beibehalten will. Im Prinzip ist nur noch der Chip übrig, mit einer ganz dünnen Umrandung.

Streit verhinderte frühere Entscheidung

Eine Entscheidung hatte eigentlich schon bei einem ETSI-Treffen im März fallen sollen, der Streit verhinderte dies jedoch. Der deutsche Kartenspezialist Giesecke & Devrient, der bereits Prototypen der Apple-Version angefertigt hatte, begrüsste die Planungssicherheit für die Branche.

Auf SIM-Karten (Subscriber Identity Module) werden vor allem die Zugangsinformationen des Mobilfunk-Anbieters gespeichert. In Smartphones kommt schon heute oft eine kleinere Micro-SIM zum Einsatz. Mit einer kleineren Nano-SIM werden Smartphone-Hersteller ihre kommenden Geräte noch flacher und kompakter bauen können. Die genauen Abmessungen der Nano-SIM sind 12,3 zu 8,8 zu 0,67 Millimeter.

Boykottdrohung von Nokia

Die neue Karte - ETSI spricht offiziell vom «vierten Formfaktor» (4FF) - ist in etwa so lang wie die heutige Micro-SIM breit ist. Das hatte Nokia kritisiert, weil Nutzer sie versehentlich falsch herum in heutige Micro-SIM-Slots reinstecken könnten. Nokia hatte zwischenzeitig auch gedroht, den Vorschlag von Apple zu boykottieren, falls er zum Standard erklärt werden sollte, und die Lizenzen für nötige Patente zu verweigern.

Die ETSI (European Telecommunications Standards Institute) ist die zuständige europäische Standardisierungsorganisation. In ihr stimmen alle Teilnehmer der Branche ab.

(vst/laf)

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