Die Begeisterung für Apples iPad kühlt sich ab. Nachdem der Tablet-Computer in der Vergangenheit traumhafte Wachstumsraten verzeichnete, scheint sich die Nachfrage langsam zu normalisieren.

Im vierten Geschäftsquartal wurde Apple 14 Millionen der Geräte los. Das waren weniger als in den drei Monaten zuvor und auch weniger als Analysten erwartet hatten. Die Aktie fiel am Donnerstag nachbörslich leicht.

iPhone kommt an

Dafür kommt das neue iPhone gut bei den Kunden an: Der kalifornische Elektronikkonzern konnte zusammen mit den älteren Modellen 26,9 Millionen seiner Smartphones losschlagen. Das war ein Zuwachs von 58 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Das iPhone 5 mit seinem grösseren Bildschirm war erst am 21. September und damit wenige Tage vor dem Ende des Berichtszeitraums in den Verkauf gegangen.

«Die Nachfrage nach dem iPhone ist extrem robust», sagte Konzernchef Tim Cook in einer Telefonkonferenz. Apple kann das neue Modell nach eigener Aussage gar nicht so schnell heranschaffen, wie die Kunden es haben wollen. Ein nachlassendes Interesse am iPad verneinte Cook. Es handele sich um normale saisonale Schwankungen, zudem verfälschten Lagerbestände das Bild. «Wir sind total zufrieden damit, wie das iPad gelaufen ist.»

Der Umsatz des gesamten Unternehmens legte im vergangenen Quartal um 27 Prozent auf 36 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn stieg um 24 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar. Dazu trugen auch 4,9 Millionen verkaufte Mac-Computer und 5,3 Millionen verkaufte iPods bei. Die Musikspieler finden allerdings immer weniger Fans, seitdem viele Menschen ihre Songs lieber auf dem Smartphone hören.

Optimistisch ins Weihnachtsgeschäft

Für das laufende Weihnachtsgeschäft sagte Finanzchef Peter Oppenheimer einen Umsatz von 50 Milliarden Dollar voraus - das wäre ein neuer Rekord. Apple gehe mit den besten Produkten aller Zeiten in die Saison, erklärte Cook. Apple hatte erst am Dienstag neue Mac-Rechner, die vierte Version des grossen iPads sowie ein iPad mini mit einer kleineren Bildschirmdiagonale vorgestellt.

«Die Margen bei den neuen Produkten sind niedriger als bei den Vorgängermodellen», musste Oppenheimer allerdings einräumen. Das gelte auch fürs iPhone 5, das leichter und dünner ist als der Vorgänger 4S, aber über einen grösseren Bildschirm verfügt. Besonders wenig nach Apple-Massstäben wirft demnach das iPad mini ab.

Apple hatte das Gerät herausgebracht, um den günstigen Tablet-Computern mit dem Android-Betriebssystem etwas entgegensetzen zu können. Zudem drängt Microsoft mit seinem neuen Betriebssystem Windows 8 auf die Tablet-Computer. Ab diesem Freitag beginnt der Verkauf des Hoffnungsträgers. Windows 8 soll gleichermassen PC, Tablets und Smartphones antreiben. Microsoft will damit den Anschluss im mobilen Geschäft finden.

Apple reitet wie kein zweiter Konzern auf der mobilen Welle. Das hat die Kalifornier nicht nur zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen aller Zeiten werden lassen, sondern auch die Kasse prall gefüllt. Ende September lagen dort 121,3 Milliarden Dollar, ein Zuwachs von mehr als vier Milliarden Dollar binnen drei Monaten.

(muv/tke/sda/awp)

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