Neues Linux

 

Am kommenden Montag stellt Novell seine neuste Linux-Version vor. Im Vorfeld gibt es weitere Spekulationen um die finanzielle Gesundheit des Softwareherstellers aus Salt Lake City.

Von Matthias Niklowitz
am 24.03.2009

Am 24. März wird das Softwarehaus Novell die SUSE Linux Enterprise 11 (Desktop & Sever)-Version im Palace Hotel in San Francisco im Rahmen der «Open Source Business Conference» vorstellen. Europäische Journalisten wurden im Vorfeld gefragt, ob sie Interesse an einem Gespräch zu dieser «grossen Neuigkeit» haben.



Die neue Software bringt einen Entwicklungssprung, der mit dem von Windows NT auf «Vista» bei Microsoft vergleichbar ist, aber weltweit dürfte das Echo verhalten ausfallen. Linux hat sich zwar dank der Unterstützung durch IBM und Oracle in Rechenzentren als Alternative zu anderen Betriebssystemen etabliert, aber auf dem Desktop ist der Marktanteil laut Marktforschern weiterhin kaum messbar. Lediglich bei einigen Netbooks ist Linux populär geworden, weil einfach die Microsoft-Betriebssysteme zu schwer sind. Die neue Software kann mit der Gratis-Virtualisierungssoftware XenServer von Citrix kombiniert werden, wie Personen berichten, die mit der Ankündigung vertraut sind.

Novell braucht jetzt solche neuen Versionen, die Linux in der Desktop- und Server-Ebene verbinden, um das Geschäft voran zu treiben. «Unser Linux-Geschäft hängt von grossen Abschlüssen ab» sagte Finanzchefin Dana Russell beim kürzlichen Analysten-Konferenzgespräch, «aber in diesem Quartal haben wir keinen einzigen grossen Abschluss verzeichnet.» Novell hatte eine Partnerschaft mit dem ehemaligen Erzfeind Microsoft vereinbart, um Linux zu vertreiben, und jetzt sieht es so aus, als ob diese Partnerschaft für Novell mehr einbringt als das eigene Direktgeschäft.

Immerhin sollen nicht weitere Angestellte entlassen werden. In der Schweiz ist die Novell-Präsenz auf eine Handvoll Angestellter zusammengeschrumpft, wie Firmeninsider berichten. Weitere Angestellte arbeiten jetzt bei Partnerfirmen.
 

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