Die Zahl der weltweiten Patentanmeldungen ist im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent auf rund 218'000 gestiegen. Vielerorts wird dies als Anstieg für die Innovationskraft gewertet. Demnach entwickeln sich Regionen wie Asien und Amerika dynamisch - aber auch die Entwicklungen der Schweiz können sich sehen lassen.

Zahlreiche Länder setzen laut dem Chef der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) in Genf, Francis Gurry, derzeit auf Innovationen. Dies spiegle sich beispielsweise in den Zahlen zu den Patentanmeldungen wider.

USA seit Jahrzehnten vorne

Allen voran gehen die Vereinigten Staaten, denen eine besonders hohe Innovationskraft nachgesagt wird. Das Land belegt den auch seit vielen Jahrzehnten stets das Siegertreppchen des WIPO-Rankings. Die Zahl der amerikanischen Patentanmeldungen hat sich auch im vergangenen Jahr um 6,7 Prozent auf rund 58'000 erhöht.

In Asien stiegen die Zahlen für Patentanmeldungen dank Ländern wie China (+17 Prozent), Südkorea (+12 Prozent) und Japan (+4 Prozent) um insgesamt rund 40 Prozent. Die Schweiz konnte laut der WIPO um 4,4 Prozent zulegen. Von den rund 4300 Patentanmeldungen gingen laut den Angaben 331 auf den Energie- und Automationstechnik-Konzern ABB und jeweils rund 200 auf Nestlé sowie Novartis zurück.

Telekomsektor am innovativsten

Weltweit meldet der Telekommunikationssektor die meisten Patente an. An erster Stelle in der Welt steht daher auch eine Technologiefirma, nämlich der chinesische Huawei-Konzern. Im Jahr 2015 kam das Unternehmen auf fast 4000 Registrierungen.

Auch wenn man als Massstab die internationale Eintragung gewerblicher Muster nach dem Haager Abkommen anwendet, gab es 2015 einen weltweiten Anstieg von zirka 40 Prozent. Das war der grösste Zuwachs seit 2008, allerdings ist dies hauptsächlich auf den Beitritt Südkoreas im Jahr 2014 sowie jenem der Vereinigten Staaten und Japans im Jahr 2015 zu dem Haager System zurückzuführen.

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Swatch sticht heraus

Mit rund 3500 Anmeldungen liegt bei dieser Metrik aber Deutschland trotz eines Rückgangs der Kennzahl um 11 Prozent wieder auf dem ersten Platz. Die Schweiz hatte als Zweitplatzierter exakt 3316 Registrierungen. Heraus stach 2015 bei den Einzelunternehmen die Swatch Group mit 511 Anmeldungen, die allerdings vom südkoreanischen Samsung-Konzern mit 1132 Warenmuster-Einträgen überrundet wurde.

Allerdings darf man beim Blick auf die reinen Anmeldezahlen in den Augen vieler Experten nicht zu stark auf die Innovationskraft eines Landes beziehungsweise einer Region schliessen, denn bei Patentanmeldungen kommt es vielmehr darauf an, was für eine Innovation tatsächlich jeweils hinter der Registrierung steckt.

(sda/gku)