Betrüger, die mittels E-Mails an Geld-, Kreditkarten- oder Kontoinformationen kommen wollen, werden immer unverfrorener: Sie haben E-Mails in Umlauf gebracht, welche scheinbar von der Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) stammen und eine Steuerrückerstattung versprechen.

Mittels eines angehängten Formulars würden Personalien und Kreditkartendaten abfragt, teilt die Melde- und Analysestelle Informationssicherung Melani mit. Gemäss der ESTV versuchten die Betrüger auch, an Kopien von Pässen zu gelangen.

Die ESTV mache ihre Forderungen gegenüber Steuerpflichtigen jedoch ausschliesslich in brieflicher Form und unter Angabe der Dossiernummer geltend, teilte sie mit. Vertrauliche Informationen würden nie per E-Mail abgefragt.

Zweifelhaftes Deutsch

Gemäss Melani wird das Formular, eine HTML-Seite, lokal auf dem Computer des Empfängers aufgebaut - der Benutzer oder die Benutzerin wird nicht auf eine Internetseite umgeleitet, obwohl dieser Eindruck entstehen kann.

Wird das Formular ausgefüllt, werden die Daten an einen Server gesendet, der die Daten dann an den Angreifer weiterleitet. Melani empfiehlt daher, den Anhang solcher E-Mails nicht zu öffnen und die Mails zu löschen.

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Einen Hinweis auf Betrug und damit darauf, dass es sich um ein Phishing-Mail handelt, liefert auch das zweifelhafte Deutsch, das auf den Formularen verwendet wird.

(vst/tno/sda)

So sieht das Betrüger-Mail aus:

Datum    04 Juni 2012
Unsere Referenz    B/22635/12
Ihr Zeichen    09R/211/12

Sehr geehrte Steuerzahler,

Nach den letzten Berechnungen des jährlichen steuerlichen Ihre Tätigkeit haben wir festgestellt, dass Sie Anspruch auf eine Steuererstattung von 254,07 CHF erhalten sollen. Um Ihre Rücksendung erhalten, füllen Sie bitte das Steuerformular im Anhang zu dieser E-Mail und ermöglichen es uns 3-5 Werktage, um es zu verarbeiten.

Mit freundlichen Grüßen
ELVIN ZINGRE
Eidgenössische Steuerverwaltung