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Rapidshare wie UBS: Hunderttausende Dollar für US-Lobbying

Ein offenes Geheimnis: Die Rapidshare AG wurde ab 2010 im US-Parlament aktiv. (Bild: Keystone/Montage: Handelszeitung.ch)

Im Gegensatz zur verhafteten Crew des Dateienhosters Megaupload werben die Eigner der Schweizer Firma Rapidshare geschickt für ihre Anliegen. Allein 2011 waren es 500'000 Dollar.

Von Christian Bütikofer
am 03.02.2012

Der Firma Rapidshare des Deutschen Christian-Alexander Schmid (31) stehen stürmische Zeiten bevor: Der Filehoster aus dem Zuger Vorort Baar ist nach der Razzia des FBI und weiterer Justizbehörden gegen Megaupload.com neben Mediafire.com der mit Abstand grösste Dienstleister fürs Speichern grosser Dateien im Internet.

Konkurrent Megaupload von Kim Schmitz alias Kim Dotcom war in Hong Kong und Neuseeland stationiert – die Behörden werfen Megaupload bekanntlich Urheberrechtsverletzungen im dreistelligen Millionenbereich vor.

Schweizer Internauten lieben Rapidshare

Rapidshare belegt laut dem Analysedienst Alexa weltweit Rang 201 aller gemessenen Webseiten. Nach den Polizeiaktionen gegen den Konkurrenten Megaupload schossen die Zugriffszahlen in den vergangenen Tagen in die Höhe: Alexa meldete ein Plus von bis zu 23 Prozent.

Damit ist Rapidshare auf gutem Wege, sich wieder der Bestmarke vom September 2008 zu nähern: Damals belegte die Firma im Alexa-Ranking weltweit Rang 12, geschlagen nur von Grössen wie Google, Wikipedia oder Yahoo. In Europa nutzen heute nach Griechenland, Belgien und Spanien die Schweizer Rapidshare am häufigsten.

Nach eigenen Angaben war Rapidshare im September 2008 der weltweit grösste Filehoster mit einer Speicherkapazität von zirka 4,5 Petabyte (4,7 Millionen Gigabyte). In den seither verstrichenen drei Jahren dürfte der Speicherplatz nicht rückläufig gewesen sein - im Gegenteil.

Lobbyarbeit begann früh

Damit Rapidshare nicht dasselbe Schicksal ereilt wie Megaupload, begann die Firma schon bald nach der Übersiedlung 2006 vom deutschen Kenzingen in die Schweiz mit aktiver Lobbyarbeit, wie Recherchen von «Handelszeitung Online» zeigen.

Laut der amerikanischen Lobby-Datenbank Opensecrets gab die Rapidshare AG in den Jahren 2010 und 2011 insgesamt 650'000 US-Dollar aus. Der Löwenanteil floss 2011 - damals wandte die Filehosting-Firma  von Christian-Alexander Schmid 500'000 Dollar auf. Damit befand sie sich auf Augenhöhe mit der Grossbank UBS, die im gleichen Jahr 600'000 Dollar für Lobbying ausgab.

Die von Rapidshare mehrheitlich engagierte Firma Dutko Worldwide sorgte im US-Parlament dafür, dass den Interessen der Zuger Gehör verschafft wurde. Doch das US-Lobbying ist nur ein Teil der PR-Strategie von Rapidshare: Bereits 2008 engagierte die Zuger IT-Firma einen Schweizer PR-Berater, der jetzt im gleichen Verband mit Dutko arbeitet.

«Informationsgespräch» auf Tonband

Dieser PR-Mann ist nicht irgendwer. Er steuerte auch seinen Anteil am erfolgreichen Lobbying für den umstrittenen neuen schwedischen Kampfjet «Gripen» der Schweizer Armee bei. Die Schweizer PR-Firma überliess nichts dem Zufall: Als der Autor zu einem «Informationsgespräch» nach einem Artikel zu Rapidshare eingeladen wurde, wollte jener PR-Berater das Gespräch gleich auf Tonband aufnehmen – ein überaus unübliches Vorgehen in der Branche.

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