Johan Andsjö geht per sofort: Der Chef von Salt – ehemals Orange – legt sein Amt nieder. Das berichtet die Nachrichtenagentur sda am Montag. Übergangsweise wird Pierre Alain Allemand die Geschäfte führen. Die Suche nach einem Nachfolger sei eingeleitet worden, heisst es.

Der Schwede Andsjö war seit Oktober 2012 CEO des Unternehmens, das sich im letzten Frühling von Orange in Salt umbenannt hat. «Wir nehmen Johans Weggang zur Kenntnis und respektieren seinen Entscheid», liess sich Oliver Rosenfeld als Vertreter der Salt-Besitzerin NJJ Capital in einer Mitteilung vom Montag zitieren. «Weitere Angaben zum Abgang werden keine gemacht», teilte eine Firmensprecherin auf Anfrage mit. Worte des Dankes für das Geleistete gab es keine.

Unklarheit über Erfolg

Eine abschliessende Bilanz von Andsjö kann nur schwerlich gezogen werden, weil das Unternehmen seit dem Halbjahr 2015 keine detaillierten Zahlen mehr publiziert. Im vergangenen Jahr, dem letzten vor dem Besitzerwechsel, steigerte das Unternehmen den Umsatz um 1,9 Prozent auf 1,32 Milliarden Franken. Der bereinigte Ebitda legte um 11 Prozent auf 433,8 Millionen Franken zu. Die Gesamtkundenzahl stieg um 0,9 Prozent auf 2,17 Millionen.

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Ansjö steht für den Namenswechsel von Salt und zeigte sich überzeugt von dessen Sinn. Obwohl der Neuaufbau der Marke gut 40 Millionen Franken kostet, würde das Unternehmen damit ein gutes Geschäft machen, sagte er im Frühjahr in einem Interview mit «Le Temps». Allein die Lizenzgebühr für den Namen Orange hätten jährlich mit 20 Millionen Franken zu Buche geschlagen. An dem Namen hält France Telekom die Rechte.

Mehrere Wechsel seit der Namensänderung

Das Rebranding des drittgrössten Telekomanbieters der Schweiz wurde beschlossen, als Orange den Besitzer wechselte. Der französische Telekom-Milliardär Xavier Niel kaufte die Firma 2014. Laut Ansjö hat sich dieser aber lange im Hintergrund gehalten. Treffen fanden demnach einmal monatlich statt.

Der Namenswechsel hat bereits einen Tribut gefordert: Vier von sieben Spitzenmanagern verliessen im Sommer das Unternehmen. Darunter waren Technikchef Johan Hall, Kommerzchef Matthias Hilpert, der Kundendienstverantwortliche Tonio Meier und Finanzchef Yann Leca.

(me mit awp/gku/ama)