Samsung greift mit einem eigenen Musikdienst auf dem US-Markt an. Dabei will der südkoreanische Elektronikkonzern vor allem mit Vielfalt punkten: Der «Music Hub» verfügt über einen Cloud-Speicher, unbegrenztes Song-Streaming, integriertes Radio und einen Musikladen.

Der Konzern habe ganz bewusst die Grenzen verwischen wollen - zwischen Musik aus dem Radio, aus dem Katalog oder der eigenen Musik, sagt Daren Tsui, Geschäftsführer von Mspot. Diese digitale Musikfirma hatte Samsung im Mai erworben, um daraus Music Hub zu zimmern.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Allerdings hat das Ganze einen Haken. Man muss nämlich ein Smartphone vom Typ Galaxy S3 sein Eigen nennen, um den Dienst nutzen zu können. Auf der anderen Seite wirkt die grosse Bandbreite von Music Hub beeindruckend.

Apple etwa verkauft Songs über seinen iTunes-Store für bis zu 1,29 Dollar pro Titel und kann diese in ein virtuelles Schliessfach auf entfernten Computerservern für 25 Dollar pro Jahr kopieren. Über den schwedischen Online-Musikdienst Spotify bekommt man über mobile Abspielgeräte Zugang zu Millionen Titeln sowie zu einem kostenlosen Radiodienst. Music Hub fasst all dies in einer einzigen App zusammen.

Kein Abo auf Beatles

Nun mag es auf den ersten Blick überflüssig erscheinen, Musiktitel zu kaufen, sie in einem Cloud-Speicher aufzubewahren und über mobile Wiedergabegeräte abzuspielen, wenn man gegen eine monatliche Gebühr auf Millionen von Songs direkt zugreifen kann.

Aber einige Künstler halten ihre Werke von Abonnement-Musik-Diensten fern. Die Musik der Beatles ist etwa in digitaler Form nur über iTunes zu haben, auch Klassiker wie «Here Comes the Sun» sucht man als Abo vergeblich.

Daher müssten Fans bei der Nutzung des Samsung-Dienstes etwa ihre Beatles-Kollektion zunächst auf ihrer Festplatte speichern, dann den Music-Hub-App herunterladen, der sie wiederum auf den Cloud-Speicher lädt. Von der Wolke müssten die Nutzer die Daten auf das Galaxy S3 laden. Alternativ können die Dateien auch über ein USB-Kabel vom Computer auf das Mobiltelefon übertragen werden.

Nutzerzahl unbekannt

Für Samsung scheint sich der Aufwand zu lohnen. So sieht es zumindest T. J. Kang, stellvertretender Vizepräsident der Mediendienste bei Samsung. Auch wenn die Anpassung der Feature von Music Hub durch den Flickenteppich aus anderen Diensten vielleicht mehr koste, verliere Samsung kein Geld.

Grund seien entsprechende Vereinbarungen mit Mobilfunkanbietern und Musikunternehmen, sagt Kang. Wie viele Nutzer Music Hub inzwischen hat, möchte Samsung aber trotzdem nicht verraten.

(tno/aho/sda)