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Schweizer Supercomputer hängt Amerikaner ab

Die schnellsten Computer der Welt: «Piz Daint» verdrängt nach Ausbau «Titan». Statista

Ein Schweizer Rechner ist der drittschnellste Supercomputer der Welt. Nur die Chinesen haben zwei noch potentere Maschinen. Die USA fallen zurück.

Veröffentlicht am 27.06.2017

Am Nationalen Rechenzentrum (CSCS) in Lugano steht der schnellste Computer ausserhalb Chinas. Der Supercomputer hat nach einem Hardware-Ausbau Ende 2016 die Konkurrenz aus den USA überholt. Schon seit 2013 war die «Piz Daint» genannte Maschine der leistungsstärkste Supercomputer Europas gewesen.

Der Superrechner erreicht eine Leistung von 19,6 PetaFLOPS (Billiarden Kalkulationen pro Sekunde). Die theoretische Spitzenleistung liegt nach Angaben der ETH Zürich sogar bei 25,3 PetaFLOPS. Dies ermöglicht komplexe Klimasimulationen und andere Anwendungen mit immensem Datenaufwand.

Simulation des Universums

Die Universität Zürich setzte «Piz Daint» für die bisher aufwendigste Simulation des Universums ein. Für die Forschung sind Supercomputer von grösster Bedeutung. Dass erstmals seit 21 Jahren kein amerikanischer Rechner mehr in den Top 3 steht, dürfte deshalb zu denken geben. 1996 hatten drei japanische Systeme die ersten drei Plätze belegt.

Die chinesischen Supercomputer Sunway TaihuLight (93 PetaFLOPS) und Tianhe-2 (33,9 PetaFLOPS) liegen in der neusten «Top 500»-Liste der schnellsten Rechner mit weitem Vorsprung an der Spitze, wie die Grafik des Datenanbieters Statista zeigt. Bereits in Planung ist im Reich der Mitte Tianhe-3. Dieser soll eine Trillion Rechenoperationen in der Sekunde ausführen können und damit zehn Mal schneller als der bisherige Rekordhalter sein.

Supercomputer haben einen wichtigen Einfluss auf die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Leitungen eines Landes und auf seine militärische Stärke. Chinas Powerplay in dem Bereich ist deshalb Teil der grösseren Strategie der Regierung, dem Land eine mächtigere Rolle in der Welt zu verschaffen.

(Mathias Brandt, Statista/gku)

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