1. Home
  2. Digital Switzerland
  3. So macht das Smartphone bessere Bilder

Objektive
So macht das Smartphone bessere Bilder

Ein Selfie können Sie mit einem Selfie-Stick knipsen. Doch wer bequem gute Bilder machen will, greift nach dem neusten Trend: kompakte Smartphone-Linsen zum Aufstecken.

Von EUN-YONG PARK («COMPUTERBILD»)
am 08.04.2015

Eine Smartphone-Kamera kann sich in punkto Bildqualität zwar nicht mit einer professionellen Spiegelreflexkamera messen, jedoch bieten die mobilen Gefährten auch Vorteile. Sie sind gegenüber den Profis kompakter, erlauben die Bildbearbeitung vor Ort und eignen sich bestens für tolle Selfies. Um besonders viele Details aufs Bild zu bekommen, greift so mancher Selfie-Fan zum Teleskop-Stab respektive «Selfie-Stick». Wer aber keine Kameralanze vor sich hertragen oder im Museum eine Gefahr für Besucher und Kunstschätze darstellen will, greift zum neuesten Trend aus Asien: Smartphone-Objektive. Erfahren Sie hier, warum sich Smartphone-Objektive lohnen und wozu die kompakten Linsen taugen. In der folgenden Übersicht sehen Sie die beliebtesten und begehrtesten Smartphone-Objektive.

  • Wie nutzt man ein Objektiv?

Je nach Hersteller gibt es unterschiedliche Herangehensweisen, wie sich ein entsprechendes Objektiv sicher am Smartphone befestigen lässt. Einige Hersteller verlassen sich auf eine simple Klemme, mit der Sie die Kameralinse einfach an Ihr Gerät fixieren.

Andere wiederum bieten ihre Objektive mit einer speziellen Hülle an, um die Linse mithilfe eines Schraubverschlusses festzudrehen. Am schnellsten angebracht sind jedoch Objektive mit einem Magnet-Verschluss. Dieser erlaubt es, Linsen ohne Hülle oder Klemme an jedem Smartphone mit Metallgehäuse zu befestigen.

Für Nutzer eines Geräts mit Kunststoffgehäuse liefert der Hersteller oft einen kleinen Metallring mit, den Sie einfach um die Smartphone-Kameralinse kleben. Zwar ist das Objektiv schnell an der Kamera angebracht, jedoch sollten Sie hier schwere Objektive mit Magnetanschluss meiden.

  • Welche Funktionen bieten die Linsen?

Im Fach- und Online-Handel offerieren Hersteller diverse Objektive für das Smartphone, die unterschiedliche Effekte beim Fotografieren auslösen. Besonders begehrt sind Fischaugen-, Weitwinkel- und Makroobjektive. Mit dem Fischaugenobjektiv lassen sich Bilder mit einem 180-Grad-Winkel fotografieren. Anders als bei konventionellen Objektiven, zerrt die Fischaugenlinse jedoch die Optik und krümmt Details, die nicht durch die Bildmitte laufen.

Mit dem Weitwinkelobjektiv nutzen Sie ebenfalls einen grösseren Blickwinkel, aber ohne Verzerrungen. Wollen Sie ganz nah an ein Motiv ran, eignen sich Makroobjektive, um etwa den Mikrokosmos im Vorgarten abzulichten. Aber auch Teleobjektive zum Fotografieren aus der Ferne und von Landschaften und Mikroskop-Objektive für stark vergrösserte Motive sind im Angebot.

  • Smartphone-Objektiv für Front- und Rückkamera

Einer der wenigen Hersteller, der ein Smartphone-Objektiv sowohl für die rückwärtige Hauptkamera als auch das kleinere künstliche Auge auf der Vorderseite bereitstellt, ist Olloclip. Die Anstecklinsen von Olloclip kosten zwischen 55 und 100 Euro, sind also eher im oberen Preissegment angesiedelt. Bislang kommen auch nur Besitzer eines iPhones (ab iPhone 4), iPads oder Galaxy-S-Smartphones in den Genuss des praktischen Gadgets.

Die Linse bringen Sie nicht mit Klemme, Magnet oder spezieller Hülle an, sondern mit einer Clip-on-Halterung, die Sie oben auf das Gehäuse schieben. Bei der 4-in-1-Linse für das iPhone 6/6 Plus sind gleich vier Linsen mit dabei: Fischaugenlinse, Weitwinkellinse sowie zwei Makro-Linsen (10-facher, 15-facher Zoom). Dank praktischem Anhänger tragen Sie die Linse bequem um den Hals.

  • «Ankleben, knipsen, teilen»: Podo-Kamera

Die durch Kickstarter bekannt gewordene Podo-Kamera soll laut Hersteller das erste Smartphone-Objektiv sein, das Sie nicht am Smartphone fixieren, sondern beispielsweise auch am Armaturenbrett im Auto oder an der Hauswand. Die spezielle Rückseite des Kameragehäuses haftet auf den meisten Oberflächen und macht so den Selfie-Stick und andere Anstecklinsen überflüssig. Via Bluetooth verbindet sich Podo mit dem Mobilgerät, das als Tool zur Vorschau sowie als Auslöser dient.

Die Podo-Kamera bietet 8-Megapixel beim Fotografieren und HD-Auflösung (720p) bei 30 Bildern pro Sekunde, wenn Sie Videos filmen. Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter hat Podo bereits mehr als das Fünffache des gesteckten Ziels von 50.000 US-Dollar (Stand 20.März: 274.899 US-Dollar) erreicht. Bereits am 21. August 2015 sollen erste Modelle in ausgewählten Ländern auf den Markt kommen – eine Veröffentlichung in Deutschland ist zunächst nicht geplant.

  • Kamera ohne Display: Sony DSC-QX10

Sonys DSC-QX10 ist eine Anstecklinse der besonderen Art. Denn eigentlich ist die Linse keine Linse, sondern eine vollwertige und leistungsstarke Digitalkamera – bloss ohne Display. Mithilfe einer App (nur für Android und iOS verfügbar) nutzen Sie das Smartphone-Display als Sucher und nehmen hier auch gleich die Einstellungen vor. Bei Bedarf befestigen Sie die Objektiv-Kamera mit dem mitgelieferten Klemm-Mechanismus am Mobilgerät. Die Kamera entspricht technisch der DSC-WX200 und hat einen 1/2,3 Zoll grossen CMOS-Sensor mit 18,2 Megapixeln und zehnfach optischem Zoom.

Mitsamt einer optischen Bildstabilisierung und 25-mm-Weitwinkelobjektiv wiegt die DSC-QX10 105 Gramm. Videoaufnahmen sind bis zu 29 Minuten lang mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde bei 1440x1080 Pixeln möglich. Sony verspricht circa 220 Schnappschüsse pro Akkuladung.

  • Preiskracher!?

Etliche Hersteller bieten ganze Linsensets mit Weitwinkel-, Fischaugen- und Teleobjektiven an, die Sie schon für unter 10 Euro erwerben. Elfenstall etwa offeriert seine Palette an Smartphone-Objektiven für knapp 8 Euro. So erhalten Sie beim Kauf mehrere Objektive mit unterschiedlichen Effekten sowie eine Klemme, mit der Sie die Linse an der Handy-Kamera befestigen. Hinweis: Smartphone-Objektive mit Klemme passen grundsätzlich nur auf Geräte mit einem Durchmesser von maximal 13 Millimetern.

Dieser Artikel ist zuerst in unserer Schwester-Publikation Computerbild erschienen.

Anzeige